Technologien als Treiber nachhaltiger Entwicklung – deutsch-russische Studie

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Tastatur (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.06.2021
Die Geschäftswelt hat erkannt, dass die Technologie eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung spielen könne. Das ist die Meinung von 83 Prozent der Top-Manager russischer Firmen und ausländischer Unternehmen in Russland. Die Ergebnisse einer deutsch-russischen Studie wurden in Moskau präsentiert.
Immer mehr Unternehmer berücksichtigen bei der Entscheidung, in ein bestimmtes Projekt zu investieren, dessen Umweltauswirkungen. Einer der globalen Grundsätze eines verantwortungsvollen Investierens ist die Überprüfung des Unternehmens auf die Einhaltung der ESG-Grundsätze (Ökologie, soziale Entwicklung, körperschaftliche Verwaltung). Dieser Index informiert Investoren über die Strategie des Unternehmens, die Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter und das Umweltbewusstsein des Unternehmens. Die ESG-Ansätze wurden vor mehr als 15 Jahren von den Vereinten Nationen formuliert. Heute sind sie in den Grundsätzen für verantwortungsvolles Investieren verankert.
Top-Manager halten laut der Umfrage den Einsatz von Hightech-Geräten und modernen Materialien, Advanced Analytics, Robotern und künstlicher Intelligenz sowie Cloud-Technologien für am wichtigsten. 5G und Blockchain scheinen für Unternehmen im Hinblick auf nachhaltige Entwicklung am wenigsten verständlich zu sein – nur drei Prozent der Teilnehmer gaben an, die Bedeutung dieser Technologien für die Entwicklung von ESG-Initiativen bereits zu verstehen.
Wie der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelshammer (AHK), Matthias Schepp, bei der Präsentation der Forschungsergebnisse feststellte, haben die Mitglieder der Kammer, und das seien mehr als tausend deutsche Unternehmen, die Bedeutung von ESG für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung erkannt. Nachhaltige Entwicklung hat für 98 Prozent der befragten CEOs höchste Priorität. 64 Prozent der Befragten zählen sie zu den Top 3 Schlüsselbereichen der Geschäftsentwicklung in diesem Jahr.
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„Die deutsche Wirtschaft bringt neue Technologien nach Russland. Die Fabriken, die im Land gebaut werden, sind automatisch ‘grün‘, da unser Geschäft bereits gelernt hat, die Anforderungen von ESG zu berücksichtigen. ‚Heidelberg Zement‘ ist beispielsweise bereit, in Russland kohlenwasserstoffneutralen Zement zu produzieren. Das sind gute Nachrichten, und es gibt viele solche Unternehmen. Im ersten Quartal 2021 sehen wir hohe Direktinvestitionen von Deutschland nach Russland – das bedeutet, dass neue Hightech-Fabriken im Land entstehen“, sagte Shepp während der Präsentation der Forschungsergebnisse in der Agentur Rossiya Segodnya.
Analytiker haben einen deutlichen Anstieg des Geschäftsinteresses an der Agenda für nachhaltige Entwicklung festgestellt. Allerdings unterscheiden sich die konkreten Maßnahmen der Unternehmen deutlich. So sorgen sich 39 Prozent der Organisationen um die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes, 34 Prozent investieren in die Entwicklung von Mitarbeitern und Soziales, 33 Prozent reduzieren den Abfall aus ihrer Produktion, 30 Prozent verbessern die Energieeffizienz und stellen auf erneuerbare Energiequellen um.
Die beiden Haupthindernisse für eine nachhaltige Entwicklung seien nach Ansicht der befragten Unternehmen das fehlende klare Verständnis ihres Wertes für die Wirtschaft und der Mangel an internen Kompetenzen. Dies wird von 61 Prozent der Befragten angegeben. 57 Prozent beklagen die fehlende Unterstützung durch den Staat, 45 Prozent sehen die Nachfrage seitens der Verbraucher noch nicht.
Dennoch haben trotz der schwierigen zwei Jahre unter der Corona-Pandemie weder die russische Regierung noch die Wirtschaft das Thema nachhaltige Entwicklung auf Eis gelegt, merkte seinerseits Tadzio Schilling, CEO der Assoziation des Europäischen Business (AEB) in Russland, an. „Die Wirtschaft verändert den Bezugsrahmen, der bisher nur auf Gewinn und Risikovermeidung ausgerichtet war. Bei den AEB-Mitgliedern, nicht nur europäischen, sondern auch asiatischen und amerikanischen Unternehmen, stehen ESG-Prinzipien schon fest auf der Agenda.“
Russland, eines der größten Länder der Erde, könne zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, so der deutsche Botschafter in Russland, Dr. Géza Andreas von Geyr. „Jetzt wurde ein gemeinsames Jahr von Deutschland und Russland zur nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft ausgerufen. Wir hoffen, dass sich in den Beziehungen zwischen der EU und Russland der Geist der Zusammenarbeit durchsetzt und nachhaltige Entwicklung hier künftig eine zentrale Rolle spielt“, betonte der Diplomat bei der Vorstellung der Studie.
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Die Studie wurde im zweiten Quartal 2021 von der Beratungsagentur Accenture, der Deutsch-Russischen Handelskammer, der Assoziation des Europäischen Business, der Deutschen Botschaft in Russland und dem Russischen Verband der Industriellen und Unternehmer durchgeführt. Insgesamt nahmen mehr als 140 Top-Manager aus 13 verschiedenen Branchen an der Umfrage teil.
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