Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Tausende Deutsche leiden nach Covid-19-Erkrankung an Langzeitfolgen

© AP Photo / Thomas KienzleKrankenversicherung (Symbolbild)
Krankenversicherung (Symbolbild)  - SNA, 1920, 30.06.2021
Abonnieren
Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an einem Post-Covid-Syndrom, meldet die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch unter Berufung auf Ärzte und Krankenkassen.
Allein bei der zweitgrößten deutschen Krankenkasse, der Barmer, waren demnach zwischen November 2020 und März 2021 mehr als 2900 Versicherte von einem Post-Covid-Syndrom betroffen. Die Deutsche Rentenversicherung erwartet eine steigende Zahl an Reha-Fällen wegen Post- oder Long-Covid.
„Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten eine deutliche Steigerung sehen werden“, sagte laut DPA Susanne Weinbrenner vom Geschäftsbereich Prävention der Rentenversicherung vor Journalisten in Berlin.
Eine Person in den USA macht einen Antikörpertest mit Blutentnahme. Symbolbild - SNA, 1920, 29.06.2021
Diese Veränderung im Körper könnte zu Long Covid führen - neuer Bericht aus Deutschland
Long-Covid belastet die Betroffenen auf verschiedene Weise. Zu den häufigsten Langzeitfolgen bei den Patientinnen und Patienten in Reha-Einrichtungen der Rentenversicherung zählen laut Weinbrenner Belastungsatemnot, Fatigue, eingeschränkte Belastbarkeit, muskuläre Schwäche, Angststörungen, Depression, chronische Nierenerkrankungen und Brustschmerz. Die zahlenmäßige Bedeutung von Long-Covid sei derzeit aber noch schwer einzuschätzen.
Nach Einschätzung des ärztlichen Direktors am Reha-Zentrum Seehof in Teltow und Leiters der Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation der Charité Berlin, Volker Köllner, soll Covid-19 wahrscheinlich häufiger zu länger anhaltenden Folgesymptomen führen als andere Infektionen. Rund jeder vierte beatmete Patient sei psychisch stark belastet.
Erst seit Januar 2021 kann Post-Covid laut Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer, auch als Erkrankung offiziell im Abrechnungssystem der Ärzte codiert werden. Von den Barmer-Versicherten, die von Januar bis März 2021 zunächst wegen Corona krankgeschrieben waren, waren mindestens 6,3 Prozent anschließend wegen Post-Covid arbeitsunfähig.
Marschall geht davon aus, dass vielen Betroffenen wegen der uneinheitlichen Symptome nicht bewusst sei, dass sie unter Long-Covid leiden. Nicht immer sei leicht erkennbar, wann die akute Virusinfektion aufhöre und die Langzeitfolgen anfingen.
Post-Covid-Syndrome treten der Barmer-Erhebung zufolge bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Sie seien zudem stark altersabhängig. So entwickelten Frauen ab 60 Jahren nach leichten Verläufen etwa sechsmal häufiger Post-Covid-Syndrome als Männer unter 40 Jahren.
Corona-Impfung  - SNA, 1920, 29.06.2021
Delta-Plus-Variante des Coronavirus in Russland registriert
Post- oder Long-Covid kommt diesen Daten zufolge auch nach leichtem Infektionsverlauf recht häufig vor. So seien 47 Prozent der wegen Post-Covid Krankgeschriebenen zuvor nicht wegen einer Covid-19-Infektion arbeitsunfähig gewesen. In diesen Fällen habe zuvor vermutlich eine asymptomatische Erkrankung vorgelegen.

Deutlich steigender Reha-Bedarf erwartet

Der Psychosomatik-Experte Köllner erwartet wegen der hohen Zahl an Corona-Infizierten nun auch einen „relevanten Bedarf“ nach Rehabilitation für Long-Covid-Patienten, so die DPA. Betroffene mit Organschäden bräuchten eine Reha im jeweiligen somatischen Fachgebiet.
Besonderes Augenmerk legte der Arzt aber auf die Betroffenen ohne wesentliche Organschäden: Angst, Depression und dysfunktionale Verhaltensmuster etwa bei der Atmung spielten hier eine besondere Rolle – und müssten entsprechend behandelt werden. Geeignet seien hier etwa bei anderen Krankheiten bereits bewährte Patientenschulungen, Bewegungstherapie und psychotherapeutische Angebote.
Die Mehrheit der leicht betroffenen Patientinnen und Patienten erhole sich aber innerhalb von rund drei Monaten ohne gravierende Folgen. Köllner taxierte deren Anteil auf rund 90 Prozent.
„Wir brauchen keine Angst haben, dass Long-Covid die Deutschen in ein Volk von Zombies verwandelt“, sagte der Arzt.
Moderator Günther Jauch - SNA, 1920, 28.06.2021
Mit Pflaster am Arm posiert: Gesundheitsministerium wirbt irrtümlich mit „geimpftem“ Günther Jauch

Corona-Stand in Deutschland

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle in Deutschland ist binnen eines Tages laut dem Robert Koch-Institut (Stand am 30. Juni, 03:14 Uhr) um 808 auf insgesamt 3.728.141 Infektionen gestiegen.
Weitere 56 Todesfälle wurden demnach innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Insgesamt sind damit bislang 90.875 Menschen an oder mit dem Virus gestorben.
Die Hälfte aller Deutschen (54,5 Prozent) erhielt nach Behördenangaben mindestens eine Impfdosis. 36,5 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала