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Teile von Buch abgeschrieben? Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock – Grüne sprechen von „Rufmord“

© AP Photo / Jens MeyerGrünen-Chefin Annalena Baerbock (Archivbild)
Grünen-Chefin Annalena Baerbock (Archivbild) - SNA, 1920, 29.06.2021
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Annalena Baerbock hat erneut Ärger. Der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber wirft der Grünen-Kanzlerkandidatin vor, in ihrem Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ abgeschrieben zu haben. Die Grünen weisen dies jedoch kategorisch zurück.
In einem Blogbeitrag legt Weber Baerbock zur Last, einige Formulierungen aus dem Buch stammten nicht von ihr. Der Medienwissenschaftler, der sich bereits seit Mai auch mit Ungenauigkeiten in Baerbocks Lebenslauf befasst hat, zählt in dem Beitrag mehrere Textpassagen mit Parallelen zu anderen Veröffentlichungen auf. Als Beispiele führt Weber unter anderem Texte des US-Politikwissenschaftlers Michael T. Klare, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ an.
Baerbock schreibt: „Die Betrachtung des Klimawandels als ‚Bedrohungsmultiplikator‘, der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagon geworden. Seine Conclusio: Je fragiler ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Migration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder Interventionen im Ausland.“
Der Autor Michael T. Klare schreibt in dem Magazin: „Das Konzept des Klimawandels als ‚Bedrohungsmultiplikator‘, der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte in Entwicklungsländern verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagons geworden. Je gespaltener und korrupter ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Massenmigration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder militärische Interventionen im Ausland.“
Baerbocks Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ war am 21. Juni 2021 erschienen. Es handelt sich dabei nicht um einen akademischen Text, für den zwingend strenge Standards für wissenschaftliche Arbeiten gelten. Baerbock breitet in dem 240 Seiten umfassenden Buch grüne politische Konzepte aus und verbindet das mit persönlichen Erlebnissen. Das räumt auch Weber ein. „Ein Sachbuch einer Politikerin im Ullstein-Verlag ist keine Dissertation“, schreibt er. Textplagiate seien jedoch ethisch nicht korrekt und würden auch bereits in Sachbüchern zurecht bemängelt.

Grüne sprechen von „Rufmord“

Ein Grünen-Sprecher sagte zu den Vorwürfen am Dienstag: „Das ist der Versuch von Rufmord.“ „Bei den beschriebenen Passagen handelt es sich um allgemein zugängliche Fakten oder bekannte Grüne Positionen“, hieß es weiter. Baerbock habe den auf Medienrecht spezialisierten Rechtsanwalt Christian Schertz eingeschaltet.
In einer von der Grünen-Pressestelle verschickten Stellungnahme erklärte Schertz: „Ich kann nicht im Ansatz eine Urheberrechtsverletzung erkennen, da es sich bei den wenigen in Bezug genommenen Passagen um nichts anderes handelt, als um die Wiedergabe allgemein bekannter Fakten sowie politischer Ansichten.“

„So kann man kein Land führen“

Von der politischen Konkurrenz kam harte Kritik. „Vorsätzlich getäuscht, schlampig gearbeitet und bei der eigenen Leistung schon wieder hochgestapelt – das hat bei Annalena Baerbock scheinbar System und erschüttert einmal mehr ihre Glaubwürdigkeit“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume gegenüber „Focus Online“. Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, sagte dem Portal: „Erst den Lebenslauf mit wenig eigener Leistung und viel heißer Luft produzieren, jetzt beim Buch abschreiben. So kann man kein Land führen.“
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