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„Er hatte die Absicht, zu töten“: Sicherheitsexperte zu Messerangreifer von Würzburg - Interview

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Der Messerangreifer aus Würzburg soll die Tat geplant und vorbereitet haben. Das schließt der Sicherheitsexperte- und Ausbilder Fidelis Cloer aus den Verletzungen der Opfer und dem Umgang des Täters mit dem Messer. Der Angreifer sei in Deutschland nicht zurechtgekommen und habe sich radikalisiert, vermutet der Experte.
Es ist Freitag der 25. Juni. Am Barbarossaplatz in Würzburg betritt gegen 17 Uhr ein Mann ein Kaufhaus. Der 24-jährige Somalier fragt eine Verkäuferin nach der Haushaltsabteilung. Er nimmt sich dort ein Küchenmesser und sticht damit mutmaßlich ohne jede Vorwarnung auf mehrere Menschen ein. Drei Frauen kommen dabei ums Leben. In einer Bank und auf der Straße attackiert er anschließend mehrere Passanten. Sieben Menschen werden verletzt, fünf davon lebensgefährlich – darunter befindet sich auch ein Kind. Die Frage nach dem Motiv für den Messerangriff nannten die Ermittler bisher nicht. Indizien sollen aber den Behörden zufolge auf islamistische Hintergründe hindeuten. Eine psychische Krankheit des Täters sei aber wegen einer früheren Unterbringung in einer Psychiatrie nicht ausgeschlossen. Damit wäre er möglicherweise schuldunfähig.

Geplante Tat?

Wer sage, dass die Tat allein auf psychische Probleme zurückzuführen sei, sage nicht die Wahrheit, meint der Sicherheitsexperte und -Berater Fidelis Cloer. Aus seiner Sicht habe der Angreifer die Tat geplant. „Das ist nicht spontan passiert. Er hatte sich dazu entschieden, so etwas zu tun. Er hat sich vorbereitet. (…) Er hatte die Absicht, zu töten“, sagt Cloer im SNA-Interview. Das könne er aufgrund der Art und Weise erkennen, wie der Täter mit dem Messer umgegangen sei sowie aufgrund der teilweise tödlichen Verletzungen, die er verursacht hat. Cloer ist Geschäftsführer des Unternehmens „ASC International F.Z.E.“ mit Sitz in Dubai. Die Firma vertreibt gepanzerte Fahrzeuge und bietet zudem Sicherheitsschulungen an – unter anderem in vielen Konfliktregionen der Welt.
„Dieser Angreifer hat bewusst auf Frauen eingestochen. Und er hat im Bereich Hals und Oberkörper zugestochen. Was bedeutet, dass er sich vorher darüber Gedanken gemacht hat, wie kann ich angreifen und den größtmöglichen Schaden verursachen.“ Fotos und Videos hätten den Täter gezeigt, wie dieser mit einer Stichwaffe von oben nach unten attackiere.
Er erklärt gegenüber SNA News, wie es zu einer derart schwerwiegenden Bluttat allein mit einem Küchenmesser kommen konnte und was eine Stichwaffe besonders gefährlich macht. So seien Messer viel leichter verfügbar als Schusswaffen. „Auch die letzten Messerangriffe in London waren verheerend. Das ist das Schlimme an Messerangriffen, sie kommen total unerwartet.“ Später habe sich der Amokläufer in Bewegung gesetzt und wahllos überraschte Passanten auf offener Straße attackiert, „die aber auch nicht wussten, was da vor sich geht“.
Bei Schüssen sei es zunächst anders. „Da geht man in Deckung. Aber wenn man Schreie hört und nicht, worauf ist das zurückzuführen, dann schaut man erstmal und bringt sich nicht in Sicherheit“, erklärte der Experte.
Ob diese Tat ein „Hilfeschrei“ gewesen sei, könne er nicht beurteilen. „Aus meiner Sicht ist es jemand, der in unserem Land nicht klargekommen ist und sich dann radikalisiert hat. Ob er ein richtiger Hardcore-Islamist ist, wage ich zu bezweifeln. Sympathisant, der dann irgendwann das gemacht, was er für richtig hielt“, meint der Sicherheitstrainer.
Hätte man die Tat vorhersehen können?
„Jetzt rufen alle, ja. Aber wir müssen uns überlegen, wie viele wir von diesen Menschen haben.“ Man könne nicht jeden permanent überwachen, betont Cloer. So hätte es ihm zufolge allein in den letzten fünf Jahren in Europa 25 große Anschläge mit über 400 Toten gegeben. „Dass das Problem da ist und akut ist, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren“, konstatiert er.
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