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Entfesselte Wut und Zusammenstöße mit Polizei: Proteste in Kolumbien dauern seit zwei Monaten an

© REUTERS / LUISA GONZALEZProteste in Kolumbien (Archivbild)
Proteste in Kolumbien (Archivbild) - SNA, 1920, 29.06.2021
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Landesweite Proteste gegen die Regierung erschüttern seit zwei Monaten Kolumbien. Auch am Montag registrierte die Polizei gewalttätige Aktionen in acht Städten, bei denen unter anderem öffentliche und polizeiliche Verkehrsmittel, Polizeistationen, Geschäfte und Denkmäler angegriffen wurden. An einer Kolumbus-Statue entlud sich ebenfalls die Wut.
Laut dem Chef der Nationalpolizei, Jorge Luis Vargas Valencia, haben die Einheiten der Bereitschaftspolizei am Montag (Ortszeit) 20 Einsätze in verschiedenen Städten des Landes durchgeführt.
Am schwierigsten sei die Lage auf den Straßen der Stadt Pasto im Westen des Landes gewesen, wo elf Stadtbusse und ein Polizeifahrzeug angegriffen worden seien, teilte Vargas Valencia via Twitter mit.
Nach Informationen des Senders Blu Radio mussten Kinder von einem Kindergarten, der sich plötzlich im Zentrum der Zusammenstöße zwischen den Protestierenden und der Polizei befand, evakuiert werden, wobei die Protestler Steine auf die Polizeibeamten warfen und die Polizei Tränengas einsetzte.
In Medellín sollen Demonstranten eine Polizeistation und ein nahe gelegenes Geschäft mit Flaschen mit Molotow-Cocktails beworfen und versucht haben, ein Krankenhausgebäude mit 60 Dialysepatienten in Brand zu stecken. Fünf Menschen, darunter ein Arzt, ein Journalist und ein Wächter, seien verletzt worden.
In der Stadt Madrid (Departamento Cundinamarca) seien vier Polizeibeamte bei einem Angriff auf eine Polizeistation verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Bei dem Angriff sei das Polizeirevier in Brand gesetzt worden. Nach Angaben des Roten Kreuzes mussten fünf Demonstranten medizinisch behandelt werden.
In den Städten Santander de Quilichao und Barranquilla seien historische Denkmäler beschädigt worden. In der letzteren Stadt sei eine Statue von Christoph Kolumbus von ihrem Sockel gestoßen worden, hieß es.
Am 28. April hatte in Kolumbien ein landesweiter Streik begonnen, der sich gegen die umstrittene Steuerreform und andere wirtschaftliche sowie soziale Maßnahmen der Regierung richtete.
Bei den Protesten kommt es neben friedlichen Märschen auch zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Demonstrierenden und der Polizei; mehrmals gab es landesweit Krawalle, Plünderungen und Vandalismus. Tausende Menschen, darunter auch Polizeibeamten, sollen verletzt worden sein. 25 Menschen sind nach offiziellen Angaben ums Leben gekommen, nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten gibt es gar mehr als 80 Todesopfer zu beklagen.
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Der im Mai und Juni aufgenommene Dialog zwischen der Regierung und den Demonstranten erwies sich als ergebnislos und wurde eingestellt. Die Behörden weigerten sich, ein Abkommen über Garantien für friedliche Proteste zu unterzeichnen, woraufhin sich die Protestanführer am 7. Juni aus den Verhandlungen mit der Regierung zurückzogen.
Am 15. Juni kündigte das Nationale Protestkomitee eine vorübergehende Unterbrechung der regelmäßigen Demos an, die es seit dem 28. April im Rahmen des landesweiten Streiks durchgeführt hatte. Sporadische Protestaktionen werden jedoch auch ohne wahrnehmbare Organisation fortgesetzt.
Vertreter des Protestkomitees haben vor, dem Kongress am 20. Juli einen Plan für die Vorbereitung der Gesetzentwürfe mi Parlament zu unterbreiten. Die Gesetzentwürfe waren in einem Notfalldokument vorgesehen gewesen, das ursprünglich 2019 zusammengestellt worden war, angesichts der Corona-Pandemie von der Regierung aber nicht berücksichtigt wurde.
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