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Für #BlackLivesMatter statt für Opfer von Würzburg? Kniefall-Aktion der DFB-Elf hitzig diskutiert

© REUTERS / MATT DUNHAMSpieler der englischen Nationalmannschaft gehen auf die Knie vor einem EU-Spiel.
Spieler der englischen Nationalmannschaft gehen auf die Knie vor einem EU-Spiel.  - SNA, 1920, 29.06.2021
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Die Entscheidung der deutschen Nationalmannschaft, am Dienstagabend beim England-Spiel ebenfalls gegen Rassismus auf die Knie zu gehen, wird im deutschen Netz gefeiert, aber auch kritisiert. Vor allem die Tragödie in Würzburg wird ins Spiel gebracht.
Die Entscheidung der Mannschaft, mit dem Kniefall dem Beispiel der englischen Mannschaft zu folgen, hat Kapitän Manuel Neuer am Montagabend bekannt gegeben. Der Kapitän der englischen Mannschaft, Harry Kane, wird dafür wie auch Neuer eine Regenbogen-Armbinde tragen – als Zeichen für Toleranz und Vielfalt. Der Kniefall als Anti-Rassismus-Geste wird dabei mit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA und der Bewegung „Black Lives Matter“ – Schwarze Leben zählen – in Verbindung gebracht. Viele Fußballspieler in der englischen Liga zeigen diese Geste seit längerem vor Spielen oder bei Toren.

Kann Fußball unpolitisch sein?

Die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag (SPD), sieht in Aktionen wie einem Kniefall beim EM-Spiel zwischen Deutschland und England eine richtige Botschaft, „einen deutlichen Ausdruck gegen jedwede Form der Diskriminierung“. Die Botschaft könnte aber verwässern, wenn sie zur Routine werde, warnte Freitag gegenüber der DPA. Der Fußball sei aber schon „entgegen der Beteuerung mancher Funktionäre natürlich nicht unpolitisch“, gab die SPD-Politikerin zu.
Im Netz sorgt die geplante Botschaft jedoch schon für hitzige Debatten, indem vor allem die AfD und ihre Anhänger „den Dienst einer bestimmten politischen Agenda“ ablehnen, wie der Bundessprecher der AFD, Jörg Meuthen, auf Twitter schrieb. „Warum kann man die Politik nicht einfach für diese 90 Min. ruhen lassen? Lasst den Fußball einfach Fußball sein!“, forderte Meuthen.
„Die Fußballmillionäre sollten ihre adressierten Unterwerfungsgesten doch ganz ohne Zuschauer machen“, empört sich etwa der Anwalt Markus Roscher weiter.
Die Twitter-Nutzerin Annabel wünschte sich dagegen ein Trauerflor für die Opfer von Würzburg. Stattdessen gebe es heute Abend bei der DFB-Elf „einen Kniefall für eine linksradikale Bewegung, die alles andere als antirassistisch“ sei, bewertet sie. „Deutsche sind nichts wert. Wenn es ein rechtsextremes Attentat gewesen wäre, gäbe es keine Diskussion“.
Ebenfalls empört reagiert auch der Herausgeber des Onlinemagazins Tichys Einblick, Roland Tichy. „Die ‘Mannschaft’ kniet für George Floyd, aber nicht für die erstochenen Frauen von Würzburg. Wie peinlich, wie verschwurbelt, vor allem: wie herz- und gefühllos“, beklagt er – und kriegt eine Opposition aus dem Bundestag.

Viele Nutzer sprechen sich dafür aus

Laut dem Bundestagsabgeordneten Helge Lindh (SPD) ist gerade Tichy „der Einzige, der hier ‘peinlich’ ‘verschwurbelt’, ‘herz- und gefühllos’“ sei. Der Kniefall sei „eine tolle Aktion“.
Viele weitere Nutzer sind auch dieser Meinung. „Je heftiger Hetze hier dagegen, desto notwendiger sind diese Symbole für Toleranz“, schrieb der Nutzer Steffen Rülke. Es sei größer als jeder Titel, dass das DFB-Team alle Spielräume nutze, die die „verantwortungslose UEFA“ lasse. Gemeint wird damit allerdings die frühere Entscheidung der UEFA gegen die Regenbogen-Beleuchtung beim Spiel gegen Ungarn.
Auch der Linken-Politiker Bernd Riexinger wendet sich gegen die Kritik an der Aktion. „Wie sich die ganzen rechten Stimmungsmacher über den geplanten#Kniefall der Deutschen Mannschaft vor dem heutigen Spiel gegen England echauffieren zeigt, dass es ihnen bei Fußball nicht um verbindenden und fairen Sport geht, sondern schlicht um plumpen #Nationalismus“, schrieb er ebenfalls auf Twitter, von Lesern eher kühl wahrgenommen.
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