Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Volle EM-Stadien in der Pandemie – deutsche Politiker warnen vor „Superspreader-Event“

© REUTERS / ATTILA KISBENEDEKFußball-EM-Spiel Tschechien vs. Niederlande: Publikum im Stadion Purkas Arena in Budapest
Fußball-EM-Spiel Tschechien vs. Niederlande: Publikum im Stadion Purkas Arena in Budapest - SNA, 1920, 29.06.2021
Abonnieren
Angesichts des rasanten Anstiegs gefährlicher Virusvarianten haben sich deutsche Politiker über die hohen Zuschauerzahlen bei einigen Spielen der Fußball-Europameisterschaft besorgt gezeigt und die Vorgehensweise der EM-Veranstalter kritisiert.
So mahnte der bayerische Ministerpräsident, Markus Söder, (CSU) wegen der Corona-Krise weiter Vorsicht bei der Fußball-EM an. Die Zulassung von mehr als 55.000 Zuschauern im Stadion in Budapest ist aus seiner Sicht ein Fehler. „Ich hätte das in Ungarn so nicht gemacht, hätte das nicht verantworten wollen. Ausgangspunkt für ein Superspreader-Event zu sein, das ist der Fußball in dem Verhältnis nicht wert. Genießen ja, aber genießen mit Verstand“, sagte Söder der „Bild“.

Seehofer fordert Auslastung von 20 Prozent der Plätze

Mit Blick auf die Delta-Variante kritisierte auch sein Vorgänger und der jetzige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Zuschauer-Regelung. Vor allem in Großbritannien seien Zehntausende Fans im Stadion „unverantwortlich“, gab Seehofer gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ zu bedenken und forderte die Uefa sowie die britische Regierung auf, die Zuschauerzahlen „deutlich nach unten zu korrigieren“.
Die Auslastung von 20 Prozent der Plätze in München sei „ein Maßstab, der auch für die anderen Austragungsorte gelten könnte, denn man muss in den Konzepten auch die An- und Abreise berücksichtigen“, erklärte Seehofer der „Augsburger Allgemeinen“. Es sei „unverantwortlich, wenn in Ländern, die als Virusvariantengebiet der hoch ansteckenden Delta-Mutation gelten, zigtausende Menschen auf engem Raum zusammenkommen“. Das sei auch die Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der er sich dazu abgestimmt habe.

Grünen-Gesundheitsexperte: Fußball sollte nicht zum Pandemietreiber werden

Vor dem Achtelfinale der deutschen Nationalmannschaft im Wembley-Stadion in London fordert der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen mehr Corona-Vorsicht bei der Europameisterschaft. „Es besorgt mich als Gesundheitspolitiker und Arzt gleichermaßen, wenn trotz des rasanten Anstiegs gefährlicher Virusvarianten an den dicht-gedrängten Fußballstadien, oftmals ohne ausreichenden Abstand und Maske, festgehalten wird“, schilderte der Bundestagsabgeordnete am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Dahmen kritisierte generell den derzeitigen Corona-Kurs der EM-Verantwortlichen: „Inzwischen sind ja sogar Nationalspieler mehrerer Mannschaften infiziert“, sagte er. „Wir machen so alles kaputt, was wir uns an niedrigen Fallzahlen aufgebaut haben“. Der Politiker und Arzt forderte: „Fußball sollte Vorbild sein und nicht in trügerischer Sorglosigkeit selbst zum Pandemietreiber werden.“
Fans im Münchner Stadion - SNA, 1920, 20.06.2021
Maskenpflicht im Münchner Stadion wieder ignoriert: Bayerns Gesundheitsminister fordert Maßnahmen
Vor dem Hintergrund der EM und der Reisemobilität brauche es verschärfte Testregeln für Rückkehrer und eine konsequente Durchsetzung der Quarantäne, so Dahmen. „Sonst werden am Ende des Sommers ausgerechnet Kinder und Familien die Leidtragenden von Sorg- und Rücksichtslosigkeit sein.“

45.000 Fußballfans bei Achtelfinale England vs. Deutschland zugelassen

Bei dem Achtelfinale der DFB-Nationalelf gegen England am Dienstag erlaubt die britische Regierung erstmals während der Europameisterschaft 45.000 Zuschauer in Wembley. Wegen der Corona-Reiserestriktionen aufgrund der Delta-Variante werden nur wenige deutsche Fans erwartet. Großbritannien ist als Virusvariantengebiet eingestuft.
LGBT-Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.06.2021
Euro 2020 wird zu einer „Regenbogen-EM“ – Selbst Uefa-Logo wird bunt
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) macht die ansteckendere Delta-Variante mittlerweile in Deutschland einen Anteil von mindestens 35 Prozent bei den untersuchten Proben aus. Dabei handle es sich um bereits einige Tage alte Daten, klärte der RKI-Präsident, Lothar Wieler, am Montag in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern auf. Mittlerweile sei der Anteil tatsächlich sogar auf rund 50 Prozent zu schätzen
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала