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Ende der Homeoffice-Pflicht: DGB fordert Regulierung für die Zukunft

© CC0 / Karolina GrabowskaHomeoffice (Symbolbild)
Homeoffice (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.06.2021
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Am Mittwoch läuft zusammen mit der Bundesnotbremse die darin verankerte Homeoffice-Pflicht aus. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Reaktionen darauf gestalten sich durchaus unterschiedlich.
So hat die Wirtschaft das Ende der Maßnahme begrüßt, die die Homeoffice-Pflicht als „bürokratischen Aktionismus“ und als überflüssige Einmischung seitens der Politik erachtet. Auf freiwilliger Basis hätten die Unternehmen in den zurückliegenden Monaten in allen Branchen Homeoffice ermöglicht. „Wir Arbeitgeber haben beim Homeoffice geliefert und das werden wir auch weiterhin tun, da, wo es interne wie externe Betriebsprozesse zulassen. Dafür brauchen wir keine Verordnung“, sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der DPA.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert hingegen ein Gesetzespaket, das die Arbeit im Homeoffice dauerhaft regulieren würde, mit einem gesunden Mix aus Präsenzarbeit und Arbeit von zu Hause. „Zu diesem Mix gehören klare Spielregeln, denn spätestens die Pandemie hat die schwerwiegenden Probleme im Homeoffice sichtbar gemacht: Überlange Arbeitszeiten und unbezahlte Mehrarbeit, permanente Verfügbarkeitserwartungen, eine wackelige Ausstattung oder digitale Überwachung“, zitiert die DPA DHB-Chef Reiner Hoffmann. Neben einem Rechtsanspruch auf Homeoffice oder mobiles Arbeiten fordert er angemessenen Arbeitsschutz, ordentliche Ausstattung und mehr Mitbestimmung. „Klar muss auch sein, dass Homeoffice nicht vom Arbeitgeber verordnet werden darf.“
Eine DAK-Studie aus dem Februar 2021 hatte gezeigt, wie sehr sich die Arbeit von zu Hause nach einem Jahr Pandemie etabliert hatte – 38 Prozent der Beschäftigten gaben an, täglich oder fast täglich im Homeoffice zu arbeiten, 45 Prozent sagten, sie könnten dies zumindest teilweise. Bei der Befragung gaben 63 Prozent an, im Homeoffice produktiver zu sein als im Büro. Die Arbeitgeber schätzen hierbei die Leistung als gleichwertig ein. In puncto Work-Life-Balance äußerte sich eine Mehrheit der im Homeoffice beschäftigten zufrieden. So sagten 72 Prozent, sie könnten mit diesem Arbeitsmodell Beruf und Familie gut unter einen Hut bringen.
Das Miteinander von Familie und Beruf wurde zugleich aber auch als negative Seite der Arbeit im Homeoffice angegeben, wenn beispielsweise Kinder unter zwölf Jahren zu Hause betreut werden mussten. Neun Prozent der Befragten hatten sich der Studie zufolge bewusst gegen das Homeoffice entschieden, weil sie daheim zu viel Ablenkung hatten (28 Prozent), sich nicht abgrenzen konnten (24 Prozent), sich nicht allein organisieren konnten (17 Prozent) oder eben Kinder zu Hause hatten (ca. ein Drittel). Weitere Negativpunkte waren unzureichende Ausstattung und sich anhäufende Überstunden. Reiner Hoffmann, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, kritisierte damals bereits:
„Wir erleben aktuell, dass Arbeitszeiten im Homeoffice in der Regel überhaupt nicht erfasst werden. Dabei leisten die Beschäftigten in Deutschland heute schon jährlich eine Milliarde Überstunden, die nicht bezahlt werden. Das ist Lohndiebstahl. Und der wird verstärkt, wenn es keine vernünftigen Regeln für die digitale Arbeitswelt gibt.“
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