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Favoriten-Sturz bei der EM: Schweiz gegen „arrogantes“ Frankreich weiter - Wer folgt am Dienstag?

© REUTERS / JUSTIN SETTERFIELDSchweiz wirft im Elfmeterschießen Weltmeister Frankreich aus der EM
Schweiz wirft im Elfmeterschießen Weltmeister Frankreich aus der EM - SNA, 1920, 29.06.2021
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Was haben Frankreich, Holland, Portugal und Kroatien bei dieser EM gemeinsam? Alle vier vermeintlichen Titel-Favoriten sind bereits aus dem Turnier ausgeschieden. Dafür freuen sich Underdogs wie die Schweiz, Dänemark oder Tschechien auf das Viertelfinale. Welches Top-Team fliegt als nächstes: Deutschland? England? Oder ist doch alles ganz anders?
In der Nacht in Bukarest werden für die Eidgenossen Träume wahr: Erst ein spektakuläres 3:3 der Schweiz gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich in der regulären Spielzeit – nach einem Zwei-Tore-Rückstand – und dann ein sensationelles Elfmeterschießen.
„Für ein Achtelfinale war das zu wenig“, meinte der Live-Kommentator im ZDF kurz nach dem Spiel in Richtung der Franzosen. Für Frankreich „ist es das früheste Aus bei einem Turnier seit elf Jahren, seit der WM 2010.“
Schweiz wirft im Elfmeterschießen Weltmeister Frankreich aus der EM - SNA, 1920, 29.06.2021
Sensationelles Achtelfinale: Schweiz wirft im Elfmeterschießen Weltmeister Frankreich aus der EM
Die Bundestrainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, Martina Voss-Tecklenburg, schloss sich an: „Ich bin immer noch total geflashed und freue mich einfach für die Schweiz“. Sie sah ein „Fußballspiel, was alles hergegeben hat“.

„Allerdings auch ein Stück weit Kritik an Frankreich. Die Grande Nation hat nachgelassen, als sie 3:1 geführt hat. Ein bisschen Arroganz-Anfall.“ Die Schweiz sei danach zurückgekommen und „hat an sich geglaubt. In der Regel halte ich es immer mit dem Underdog.“

Für die Schweiz trafen alle Elfer-Schützen. Darunter die in Deutschland spielenden Manuel Akanji (Borussia Dortmund), Ruben Vargas (FC Augsburg) sowie Admir Mehmedi (VfL Wolfsburg).

Als Frankreichs Super-Star Mbappé scheiterte...

Für Frankreich konnten Superstars wie Paul Pogba, Olivier Giroud oder Marcus Thuram, der bei Borussia Mönchengladbach spielt, verwandeln.
Und dann das! Kylian Mbappè, der französische Weltmeister und eigentliche Superstürmer von Paris St. Germain tritt an, schießt – und scheitert an dem Schweizer Torwart. Yann Sommer, auch in Mönchengladbach die Nummer Eins, pariert den Schuss und bringt seine Eidgenossen damit ins Viertelfinale. Somit wirft die Schweiz im Euro-Achtelfinale Frankreich aus dem Turnier, den Titelträger der WM 2018 in Russland. Die Freude auf Seiten der Schweizer Fans, Spieler, Trainer und Betreuer ist riesengroß. Sie stürmen auf den Rasen und jubeln. Umarmen Torhüter Sommer. Feiern vor und auf der Tribüne.
„Als ich Mbappè gesehen habe, tat er mir richtig leid“, kommentierte der deutsche Weltmeister Christoph Kramer und Team-Kollege von Torwart Sommer bei Gladbach, im TV.

„Underdogs“ prägen EM

Die Schweiz haut den Weltmeister raus und erreicht damit das erste Viertelfinale bei einem großen Turnier seit 1954. Ein Riesenerfolg für ein Land, das vor dem Turnier kaum einer auf dem Zettel hatte. Nun geht es gegen Spanien, das bisher nur selten überzeugen konnte.
Auch andere, oft als „kleine Fußball-Nationen“ bezeichnete Teilnehmer, übertreffen bei dieser EM alle Erwartungen. Darunter „Underdogs“ wie die Tschechische Republik, nicht nur aufgrund ihres Torjägers Patrik Schick, der bereits vier EM-Treffer erzielt hat und in der Bundesliga für Leverkusen spielt. Die Tschechen bieten darüber hinaus eine solide Teamleistung.
Fußballfans zeigen ihre Unterstützung für Christian Eriksen - SNA, 1920, 18.06.2021
Trotz null Punkten und Eriksens Zusammenbruch: Dänemark glaubt an Weiterkommen
Sie treffen im Viertelfinale auf Dänemark. Die Dänen haben sich aufgrund des Zusammenbruchs von Christian Eriksen auf dem Spielfeld und dem nur knapp abgewendeten Vorrunden-Aus zu einem Fan-Liebling dieses Turniers gemausert. Im Achtelfinale schlugen sie überzeugend Wales um Superstar Gareth Bale mit 4:0.
Ein weiterer „Underdog“ wird auf jeden Fall im Achtelfinale Schweden – Ukraine in die nächste Runde einziehen. Zudem hätten die Österreicher mit Italien fast eine weitere Weltklasse-Mannschaft aus dem Turnier geworfen. Österreich verlor nur knapp 1:2 gegen den mehrfachen Weltmeister.
„Mann, was waren die Österreicher gegen Italien stark – und sind sehr, sehr unglücklich ausgeschieden“, beschrieb es der deutsche Ex-Nationalspieler Thomas Helmer im „EM Doppelpass“ bei „Sport1“ am Sonntag.
Fußball (Symbolbild) - SNA, 1920, 07.06.2021
Statistiker sehen Frankreich bei Fußball-EM vorn
Viele neutrale Fans haben neben Österreich auch den Ungarn die Daumen gedrückt, die knapp an Deutschland gescheitert sind.
Das EM-Achtelfinale wirft jetzt schon alles durcheinander, was europäische Statistiker im Vorfeld der Uefa „Euro 2020“ vorhergesagt hatten. Da hieß es nämlich, Frankreich werde Europameister, dahinter würden England, Spanien, Portugal und Deutschland landen. Und nun sind die Franzosen und Portugiesen schon raus. Statistik lügt eben manchmal doch.

Apropos Elfmeter: Was erwartet uns bei England – Deutschland?

Deutschland macht gegen England „fünf Tore – im Elfmeterschießen natürlich“. Das sagt der ehemalige deutsche Nationalspieler Stefan Effenberg voraus. Seine Aussage hat einen historischen Hintergrund: Denn im Elferschießen hatten die Engländer gegen das DFB-Team meist das Nachsehen.
Darauf angesprochen sagte der deutsche Nationalspieler Kai Havertz, der in England spielt und mit dem Londoner Traditionsverein FC Chelsea und seinen Mitspielern Antonio Rüdiger und Timo Werner kürzlich die Champions League gewann: „Wir gehen erstmal ins Spiel rein, um es nach 90 Minuten zu gewinnen. Klar, dass es auch immer sein kann, dass du in einem K.O.-Spiel ins Elfmeterschießen kommst.“
Deswegen müsse „man darauf auch vorbereitet sein. Ich glaube, wir haben viele gute Schützen“, so der frühere Spieler von Leverkusen in der Bundesliga am Sonntag auf der Pressekonferenz des Teams von Bundestrainer Jogi Löw.
Die deutsche Fußball-Nationalelf beim Mannschaftsfoto vor dem Spiel mit Ungarn - SNA, 1920, 28.06.2021
Letzter Feinschliff, Vorfreude und Regenbogen-Binde: DFB-Auswahl vor Achtelfinale
Am Dienstagabend muss Deutschland im Wembley-Stadion gegen die Engländer ran. Insgesamt sechs deutsche Kicker spielen für englische Vereine in der Premier League. So etwa Ilkay Gündogan für Manchester City, der dort als erster Deutscher zum „Spieler des Monats“ gekürt wurde. Mit Jadon Sancho und Jude Bellingham spielen zwei Nationalspieler Englands in Deutschland für Borussia Dortmund. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe erwartet.
Spötter würden jedoch sagen: Wenn es nach der „Underdog“-Regel geht, müsste Deutschland fliegen und England weiterkommen. Die Briten seien schließlich – trotz einer spielerisch und finanziell starken Liga daheim – im Weltfußball immer noch ein „kleines“ Nationalteam. Den einzigen Titel gewann England 1966, damals durch das berüchtigte „Wembley-Tor“.

Große National-Teams sind bereits raus

Neben Frankreich sind bereits andere zuvor als Titel-Anwärter gehandelte Top-Teams raus. So etwa der amtierende Europameister Portugal. Die Portugiesen unterlagen Belgien im Achtelfinale. Die Belgier sind laut Experten ein großer Aufsteiger im Weltfußball, dem Team wird eine große Zukunft prophezeit. Ob dies schon bei der diesjährigen EM zu sehen sein wird, muss sich zeigen. Belgien tritt nun gegen Italien an.
Joshua Kimmich mit der Familie - SNA, 1920, 21.06.2021
Nach Deutschlands EM-Sieg gegen Portugal: Soviel „deutscher Fußball“ steckt in der Euro
Vize-Weltmeister Kroatien unterlag knapp in einem spannenden und torreichen Match dem Nationalteam aus Spanien, mit gar 3:5 nach Verlängerung. Damit ist der nächste heimliche Titel-Kandidat oder „Underdog“ – je nach Sichtweise – aus dem Rennen. Die Spanier müssen bei dieser Endrunde erst noch unter Beweis stellen, dass sie tatsächlich ein Aspirant auf die Trophäe sind.
Auch die Niederländer, die ewigen Deutschland-Rivalen, müssen bereits nach Hause fahren. Die stark spielenden Tschechen warfen die Holländer, die eigentlich einen Klasse-Kader haben, am Wochenende aus dem Turnier.
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