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Deutschlands Botschafter von Geyr in Kaluga: Städtepartnerschaften als Reflexion der Versöhnung

© Foto : Deutsch-Russisches Forum e.V.Deutschlands Botschafter von Geyr in Kaluga
Deutschlands Botschafter von Geyr in Kaluga - SNA, 1920, 29.06.2021
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Bei der Eröffnung der XVI. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz in Kaluga wünschte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow den Vertretern von Kommunen, Gemeinden und Städten der beiden Länder viel Kraft auch in schwierigen Zeiten, wo manches dann doch wieder eher streitig betrachtet wird.
„Wir sollten den Streit bei Seite legen und das Gemeinsame suchen“, sagte er in einer Videobotschaft. „Das Haus Europa braucht uns alle. Und es braucht eben auch eine starke deutsch-russische Kooperation.“
Anatoli Artamonow, Mitglied des Föderationsrates von der Region Kaluga, hob den Mut der deutschen Konferenzteilnehmer hervor, die trotz der Corona-Beschränkungen zur Konferenz in Kaluga mit dem gemeinsamen Wunsch kamen, zwischenregionale Verbindungen aufzubauen. „Wir senden ein Signal an die Öffentlichkeit in Deutschland und Russland, dass wir erst einmal über das Zusammenwirken nachdenken müssen.“ Und dies sei ein sehr ernstes Signal, bestätigte Michail Schwydkoi, der Beauftragte von Präsident Putin für kulturelle Zusammenarbeit mit dem Ausland. Denn im Herbst finden in beiden Ländern Wahlen statt.
Nicht von ungefähr wurde Kaluga als Tagungsort der Konferenz gewählt. Diese Region im Zentralrussland ist eng mit Deutschland, mit der deutschen Wirtschaft verbunden. Er sei sehr gerne hier, wollte der der deutsche Botschafter in Russland, Géza Andreas von Geyr, festhalten. Bei dieser Städtepartnerschaftskonferenz gehe es wirklich um das Miteinander der Menschen und sie werde die Wirkung für die nächsten Jahre im richtigen Sinn entfalten, „dass die Menschen in Russland und Deutschland zusammen sein wollen, sich kennenlernen wollen, sich besser verstehen wollen und damit einen sehr positiven Schwung auch den Beziehungen geben können.“

Hybridveranstaltungen sind die Veranstaltungen der Zukunft

Und weiter sagte von Geyr: „Noch am Freitag hatten wir gehofft, dass wir viele Gäste aus Deutschland auch physisch haben werden. Die Pandemie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Er begrüßte dabei nicht nur die Menschen im Saal, sondern auch jene, die der Veranstaltung über die Medien zugeschaltet waren. „Wir haben alle gelernt in den Zeiten der Pandemie, dass die Hybridveranstaltungen die Veranstaltungen der Zukunft sind. Und so ist auch diese Städtepartnerschaftskonferenz eine Konferenz der Zukunft mit vielen, die in Spirit, im Geiste und auch virtuell hier sind.“
Der Botschafter betonte, dass diese Städtepartnerschaften eine Reflexion der Versöhnung seien, aus der Verständnis und Freundschaft werden könne, „und so baut man gemeinsam Zukunft. In unserer globalisierten Realität, in der globalisierten Welt, wird es noch mehr darauf ankommen, dass wir ein vielfältiges Miteinander im kommunalen Bereich und in der Zivilgesellschaft zulassen, erlauben, ich würde sogar sagen fördern, um mit einem Diskurs in die besten Lösungen hineinzukommen, auch um sich zu kennen, kennenzulernen und keine Sprachlosigkeit aufkommen zu lassen.“
Die XVI. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz in Kaluga - SNA, 1920, 28.06.2021
In vollem Umfang trotz Corona: die XVI. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz beginnt in Kaluga

Partnerschaften können nicht nur virtuell geschehen

Prof. Barbara Lachhein von dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften meinte: „Faktisch wurde die Konferenz durch einen Federstrich des Auswärtigen Amtes, des Bundesgesundheitsministeriums und des Innenministeriums im Mark erschüttert, lange geplante Begegnungen in Partnerschaften erneut auf Eis gelegt. Wir müssen viel dafür tun, die Partnerschaften lebendig zu erhalten. Und dies kann nicht nur virtuell geschehen, auch wenn es gerade modern ist.“
Sie erinnerte daran, dass vor knapp einer Woche des 80. Jahrestags des Überfalls von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion gedacht wurde, und fuhr fort: „Von wenigen bemerkt, beschloss am Vorabend des 22. Juni der Rat der Europäischen Union, die Sanktionen gegen Russland um ein weiteres Jahr zu verlängern. Vielleicht hat der Bundespräsident Steinmeier mehr Sensibilität an den Tag gelegt, als er kürzlich bekannte: Der deutsche Krieg gegen die Sowjetunion war eine mörderische Barbarei, daran müssen wir erinnern. Es lastet auf uns, dass wir den Opfern im Osten unseres Kontinents viel zu lange Anerkennung, auch Anerkennung durch Erinnerung, verwehrten. Dass nach all dem, was geschehen ist, Deutsche heute hier gastfreundlich empfangen werden, dass sie willkommen sind, das ist nicht weniger als ein Wunder. Mit Blick auf die aktuelle Politik bestehen Zweifel daran, ob sich alle deutschen Politiker tatsächlich dem Gedanken, einander nicht von neuem als Feind zu begegnen, verpflichtet fühlen.“
„Eine Reihe von Vereinen, die Mitglied im Bundesverband sind“, so Lachhein weiter, „haben deshalb einen Appell der Zivilgesellschaft anlässlich des 80. Jahrestages veröffentlicht und mittlerweile von über 1300 Personen Unterstützung gefunden. Darin heißt es unter anderem, dass die zunehmende Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Europäischen Union, Deutschland und Russland eine Lösung politischer Probleme im Dialog mit Respekt und Achtung voreinander verhindert. Das muss aufhören.“

Verständnis für die Menschen auf der Krim

Ihre Rede wurde mehrmals von stürmischem Beifall unterbrochen, besonders nachdem sie sagte: „Wir haben volles Verständnis für die Menschen auf der Krim und fordern die Wiederherstellung der Städtepartnerschaften, des Austauschs, der Reisefreiheit und ein Ende des Boykotts der Krim. Wer solche Forderungen stellt und auf Fakten hinweist, wird in Deutschland medial und politisch leider oft als Russlandversteher diffamiert. Wir halten es für inakzeptabel, dass bereits der Versuch des Verstehens russischer Interessen einseitig politisch und medial diskreditiert wird. Und der Appell schließt: ,Hört auf damit!‘“
Geschäftsfrau (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.06.2021
Deutsche Wirtschaft glaubt wieder an Russland – die seit Jahren positivste AHK-Geschäftsklimaumfrage
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