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Attentat von Würzburg: Ermittlungsbehörden äußern sich zu islamistischem Motiv und Psyche des Täters

© AFP 2021 / ARMANDO BABANIPolizisten halten Wache, während Menschen an einem provisorischen Denkmal zu Ehren der Opfer eines tödlichen Anschlags in der Würzburger Innenstadt am 26. Juni 2021 Blumen und Kerzen aufstellen.
Polizisten halten Wache, während Menschen an einem provisorischen Denkmal zu Ehren der Opfer eines tödlichen Anschlags in der Würzburger Innenstadt am 26. Juni 2021 Blumen und Kerzen aufstellen. - SNA, 1920, 29.06.2021
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Die Ermittler des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) sehen bei dem Messerstecher von Würzburg klare Hinweise für ein islamistisches Motiv. Ob der Somalier in eine Terrororganisation eingebunden war, ist jedoch noch unklar. Auch ein gerichtspsychiatrisches Gutachten über seine Psyche soll erst folgen.
Für ein islamistisches Motiv sprechen aber laut einer Mitteilung des Bayerischen Landeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft München die von Tatzeugen wahrgenommenen zweimaligen Ausrufe „Allahu akbar“ und ein Hinweis auf den „Dschihad“, also auf den „Heiligen Krieg“, des Festgenommenen im Krankenbett einer Würzburger Klinik, wo er nach einem Schuss der Polizei in ein Bein gebracht worden war.
Das Ermittlungsverfahren dauert an. Aufgrund der Gesamtumstände wird von der Bayerischen Zentralstelle für Extremismus und Terrorismus (ZET) ein gerichtspsychiatrisches Gutachten beauftragt, um die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bzw. die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einer Entziehungsanstalt zu klären.
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Für eine Zugehörigkeit zu einer Terrororganisation gebe es andererseits keine Beweise, sagte ein Sprecher des LKA am Dienstag in München. In der Unterkunft des 24-Jährigen in Würzburg seien bisher keine Hinweise auf „Propagandamaterial oder sonstige extremistische Inhalte“ gefunden worden.

Schon 2015 mit einem Messer aufgefallen?

Zuvor hatte Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) bereits von Hinweisen auf ein islamistisches Motiv des Täters gesprochen. Herrmann schloss aber auch nicht aus, es könne die Tat eines psychisch Kranken mit islamistischen Bezügen sein. Seine Bekannten haben bereits Hinweise auf mögliche psychischen Störungen gegeben. Der stellvertretende Leiter der Pressestelle des LKA erklärte seinerseits am Montag gegenüber SNA, dass der Täter schon im Januar und Mai von der Polizei in ärztliche Betreuung eingewiesen worden sei, aus dieser aber von den Ärzten entlassen wurde. Im Januar soll er laut dem LKA-Sprecher zu einem Messer gegriffen und die BewohnerInnen des Obdachlosenheimes, in dem er untergebracht war, bedroht haben.
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Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz bestätigte jedoch am Dienstag weiter auf eine DPA-Anfrage, dass der Täter bereits 2015 in Sachsen einen Streit gehabt habe, in dem ein Messer eine Rolle gespielt habe. Bei der Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft Ende 2015 hätten der heute 24-Jährige und sein Kontrahent leichte Schnittverletzungen erlitten, die aber nur oberflächlich gewesen seien. 2015 wurde der Asylantrag von Abdirhaman J. A. zwar abgelehnt, jedoch genießt er in Deutschland den sogenannten subsidiären Schutz wegen des Bürgerkrieges in seinem Heimatland.
Am Freitagabend hatte der 24-Jährige dann mehrere Passanten in Würzburg mit einem Messer attackiert. Drei Frauen waren gestorben, viele weitere wurden schwer verletzt.
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