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„Teppichhändlermentalität“: Grüne und FDP kritisieren Söders Mütterrente

© REUTERS / ANNEGRET HILSECSU-Chef Markus Söder
CSU-Chef Markus Söder  - SNA, 1920, 28.06.2021
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Mit der Idee der Mütterrente als Koalitionsbedingung seiner Partei hat CSU-Chef Markus Söder für heftige Kritik gesorgt. Grüne und FDP haben diesen Vorschlag vehement abgelehnt.
„Will er mit einer Teppichhändlermentalität die Leute für doof verkaufen?“, fragte der Grünen-Rentenexperte Markus Kurth im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“.
Das habe mit seriöser Politik nichts zu tun. Die Mütterrente für Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, koste jetzt schon zehn Milliarden Euro im Jahr. Mit Söders Plan wären es 3,5 bis 3,6 Milliarden Euro mehr. Es gebe, so Kurth, reihenweise Stichtage und sei es nun einmal auch mit jenem von 1992, der Müttern ab da etwas mehr Rentenzahlungen zusichert. Gezahlt wird die Mütterrente zusätzlich zu anderen Rentenleistungen, die für ältere Jahrgänge in der Regel höher sind als für jüngere. Kurth betont, man dürfe die Rentenkasse nicht „weiter plündern“.
Söder machte die Umsetzung der erweiterten Mütterrente zur Grundbedingung für eine Regierungsbeteiligung der CSU: „Egal, mit wem wir regieren, aber das ist Bedingung“.
Die CSU fordert, älteren Müttern, die vor 1992 Kinder zur Welt gebracht haben, wie den jüngeren drei statt zweieinhalb Rentenpunkte pro Kind anzurechnen.
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Johannes Vogel als ein weiterer möglicher Koalitionspartner der Union kritisierte gegenüber der Zeitung: „Ohne solides Fundament kann man aber keine neuen Geschosse bauen“.
CSU-Chef Markus Söder (r.) mit dem CDU-Bundesvorsitzenden Armin Laschet (Archivfoto) - SNA, 1920, 26.06.2021
CSU-Listenaufstellung: Söder zieht rote Linien für Koalitionsgespräche
Stattdessen müsse die Rente für alle Generationen stabil und fair gestaltet werden. „Die nächste Legislaturperiode ist die letzte, in der wir noch handeln können, bevor die Babyboomer-Jahrgänge in Rente gehen“, so Vogel.
Söder habe offenbar aus der unsoliden Rentenpolitik der großen Koalition nichts gelernt und verspreche neue „Gießkannen-Rentenausgaben“. Der Rentenexperte der FDP bemängelte, dass die Union in ihrem Wahlprogramm nichts zur künftigen Rentenfinanzierung sage. Stattdessen wolle die CSU „weiter in die falsche Richtung“.
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