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Aus Psychiatrie entlassen und frei gelaufen? LKA Bayern geht auf SNA-Fragen zum Würzburger Täter ein

© REUTERS / ANNKATHRIN WEISSMenschen trauern neben Blumen und Kerzen vor einem Kaufhaus in Würzburg, 27. Juni 2021, nach einem Messerangriff am Freitag durch einen 24-jährigen somalischen Einwanderer, bei dem drei Frauen getötet und fünf weitere Frauen schwer verletzt wurden.
Menschen trauern neben Blumen und Kerzen vor einem Kaufhaus in Würzburg, 27. Juni 2021, nach einem Messerangriff am Freitag durch einen 24-jährigen somalischen Einwanderer, bei dem drei Frauen getötet und fünf weitere Frauen schwer verletzt wurden.  - SNA, 1920, 28.06.2021
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Nach vielen Informationen zum Fall Würzburg sind die heikelsten Fragen wohl unbeantwortet geblieben. Warum wurde der Täter aus der Psychiatrie, in die er wegen angedrohter Gewalt mit einem Messer im Obdachlosenheim gebracht wurde, schon wieder entlassen? Hätte die Polizei schon früher reagieren müssen?
Die letzte Frage hat sich übrigens ein Bekannter und Landsmann von Abdirhaman J. A. in einem „Focus“-Interview gestellt. „Der Typ ist total unnormal“, sagte der 21-jährige Somalier zu dem Täter. „In der Zeit, die wir zusammen an der Bushaltestelle standen, hat er nur totalen Schwachsinn erzählt. Sachen wie ‚Der russische Präsident verfolgt mich‘, oder ‚Die Deutschen wollen mich töten‘, völlig krankes Zeug. Alle wussten, dass er total durchgeknallt ist.“
Zuvor hatte die Würzburger Polizei bestätigt, dass der Täter schon vorher wegen angedrohter Gewalt mit einem Messer im Obdachlosenheim in die Psychiatrie eingewiesen worden war. Was ist aber danach geschehen und warum wurde der 24-Jährige so schnell aus der Psychiatrie entlassen?
Mit dem Fall beschäftigt sich aktuell das Landeskriminalamt (LKA) Bayern, das auch die Ermittlungen übernommen hat. Auf entsprechende SNA-Nachfrage weist der stellvertretende Leiter der Pressestelle des LKA, Ludwig Waldinger, darauf hin, dass der Grund für die Entlassung das Thema der Ärzte sei, nicht der Behörden.
„Das LKA beschäftigt sich schon mit diesen Daten, aber ärztliche Sachen unterliegen einem ganz besonderen Datenschutz, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Telefon sie der ärztlichen Schweigepflicht entbindet“, sagte der Sprecher weiter. Dass es ein entsprechendes ärztliches Gutachten gebe, könne er auch nicht bestätigen.

Polizei verzichtete auf „Freiheitsberaubung“

„Ich weiß, dass er eingewiesen wurde einmal, und das zweite Mal auch, und dann wurde er entlassen“, hieß es weiter. Also war der Täter von der Polizei schon zweimal in psychiatrische Behandlung gebracht worden. Im Januar dieses Jahres war er nach LKA-Angaben eine Woche in ärztlicher Betreuung, und im Mai war er nach einem Tag entlassen worden.

„Man übergibt dann jemanden in die Obhut der Ärzte, alles Weitere ist natürlich das Thema der Ärzte. Wenn die Polizei ihn dann wegtun würde, dann ist es natürlich eine Freiheitsberaubung.“ Es habe im Januar einen Polizeieinsatz gegeben, so der Sprecher weiter, dann sei der junge Mann in die ärztliche Betreuung gebracht worden wegen der Fremdgefährdung.

Auf die Vorwürfe, die Polizei hätte auf die angedeutete Gefahr durch den Mann besser reagieren müssen, weiß der Sprecher zu antworten: „Ich glaube, dass die Polizei schon richtig reagiert hat. Er hat niemanden verletzt dabei, also kam es zu einem normalen Einsatz.“ Mehr habe die Polizei nicht tun können.
Bekannt ist ebenfalls, dass der 24-Jährige, der am Freitagabend mit einem Messer drei Frauen tötete und mehrere weitere verletzte, sich seit Mai 2015 legal in Deutschland aufhält. Sein Asylantrag wurde zwar abgelehnt, aber er genießt subsidiären Schutz und darf wegen des Bürgerkriegs in seinem Heimatland nicht abgeschoben werden. Er ist derzeit in einer Würzburger Obdachlosenunterkunft gemeldet und juristisch „nicht vorbelastet“, also nicht vorbestraft, wie der Generalstaatsanwalt von Bamberg, Wolfgang Gründler, zuvor sagte. Dennoch habe es in diesem Jahr „einige Verhaltensauffälligkeiten“ gegeben.

Asylantrag abgelehnt, aber....

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte seinerseits bei „Bild live“, vieles spreche für eine „islamistisch motivierte Tat“. So habe man bei der Durchsuchung der Unterkunft des 24-Jährigen „einiges gefunden, was auf islamistisches Propagandamaterial hinweisen könnte“. Außerdem habe der Mann selbst von „seinem Beitrag zum Dschihad“ gesprochen. Auch sprach sich der CSU-Politiker für eine Überprüfung des Flüchtlingsrechts aus. Er wünschte sich schon, dass „Personen, die hier schwere Straftaten begehen oder als Gefährder eingeschätzt werden, wieder außer Landes“ gebracht werden könnten.
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Laut dem LKA-Sprecher Waldinger soll man psychiatrische Erkrankungen nicht mit subsidiärem Schutz verwechseln. „Er (der Täter - Anm. d. Red.) hält sich bei uns legal auf. Man muss die psychiatrischen Erkrankungen und subsidiären Schutz nicht verwechseln. Das ist einfach Fakt, und mehr kann ich zu dem Thema nicht spekulieren“, sagte Waldinger zum Abschluss. Derzeit sitzt der Täter in Untersuchungshaft, weitere Ernittlungen laufen.
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