Euro 2020 wird zu einer „Regenbogen-EM“ – Selbst Uefa-Logo wird bunt

CC0 / Filmbetrachter / Pixabay / LGBT-Flagge (Symbolbild)
LGBT-Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.06.2021
Mit dem Rummel um Manuel Neuers Kapitänsbinde und dem Uefa-Verbot der Regenbogen-Beleuchtung der Münchner Arena ist das „bunte“ Thema noch längst nicht von der Tagesordnung der Fußball-Europameisterschaft. Die Europäische Fußball-Union muss mit desolaten Image-Verlusten rechnen.
Bestand der eigentliche Grund für die sensationelle Niederlage der Niederländer gegen Tschechien am Sonntag in Budapest darin, dass die „Oranjes“ keine Regenbogen-Flaggen bei ihren Fans gesehen haben? Wie die niederländische Zeitung „Volkskrant“ berichtete, sammelten die Budapester Sicherheitskräfte vor der Fanzone, aber auch innerhalb der Puskas-Arena Regenbogenflaggen und -fähnchen ein. Dabei sei auf eine entsprechende Anweisung der Uefa verwiesen worden, gab ein Sprecher des niederländischen Fußballverbandes KNVB bekannt.
Auch in der Zeitung „De Telegraaf“ hieß es, die Uefa lasse in der offiziellen Fanzone und innerhalb des Stadions, in dem das Achtelfinalspiel zwischen den Niederlanden und Tschechien ausgetragen wurde, nur Fahnen in den Landesfarben der beteiligten Nationalmannschaften zu. Die Uefa dementierte prompt: Die Regenbogen-Flaggen seien „nicht politisch“ und deshalb zulässig.
„Entgegen einiger Berichte in niederländischen Medien möchte die Uefa klarstellen, dass sie keine regenbogenfarbenen Symbole aus der Fanzone in Budapest verbannt hat und dass die Fanzone unter der Verantwortung der lokalen Behörden steht", so die offizielle Stellungnahme.
Der ungarische Fußballverband sei darüber informiert worden, dass regenbogenfarbene Symbole „nicht politisch sind und das im Einklang mit der Kampagne 'Equal Game' der Uefa, die gegen jede Art von Diskriminierung, auch gegen die LGBTQI+-Gemeinschaft, kämpfen will, solche Flaggen im Stadion erlaubt sein werden".
Es sei dahingestellt, wieso die Uefa die auf den Tribünen zugelassenen Staatsflaggen ebenfalls zu „unpolitischen Symbolen“ zählt. Viel Logik ist von dem Verband, der im Vorfeld des Deutschland-Ungarn-Spiels in der Münchener Allianz-Arena eine ganze Serie von widersprüchlichen Beschlüssen in puncto Regenbogen-Symbolik verkündet hat, nicht zu erwarten. Fakt ist allerdings, dass sich die Uefa nach dem Skandal in München krampfhaft bemüht, den Stempel eines unliberalen und homophoben Vereins loszuwerden.
LGBT-Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.06.2021
Sportfremdes Spektakel: Der Regenbogen-Hype

Bunte Werbebanden in Stadien – Auch das Uefa-Logo wird bunt

So gestattete der Verband den Uefa-Partnern, ihre Werbebanden in den Fußball-Arenen in London und Amsterdam am vergangenen Samstag bunt zu färben.
„Wir glauben fest an gleiche Rechte für alle, dazu gehört auch die Unterstützung der LGBTQI+-Community", gab die Europäische Fußball-Union im Zusammenhang mit den Aktionen ihrer Sponsoren bekannt und verwies erneut auf ihre „Equal-Game“-Kampagne.
Mehr noch: Nun erscheint auch das Uefa-Logo in sozialen Medien in Regenbogenfarben. Offenbar zu spät: Mit der „Umfärbung“ wurde eher ein neuer Shitstorm ausgelöst.
Nun muss der Verband mit einem Image-Verlust rechnen, dessen Umfang noch nicht abzusehen ist. Nicht klar ist vorerst auch, ob die Regenbogen-Welle quasi „von selbst“ abflaut oder zu einem Dauerbrenner wird.
Olympiastadion in Rom - SNA, 1920, 08.06.2021
Das sind die Stadien der EM 2020
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала