Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Kindesmissbrauch im Piusheim bei München – weitere Fälle kommen ans Licht

© Foto / Gerd AltmannKindesmissbrauch im katholischen Piusheim - Symbolbild
Kindesmissbrauch im katholischen Piusheim - Symbolbild - SNA, 1920, 27.06.2021
Abonnieren
Aus dem berüchtigten Piusheim nahe München, in dem mehrere Minderjährige sexuell missbraucht wurden, melden sich nun weitere Betroffene. Vor gut einem Jahr waren mehrere Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit gelangt – nun weichen jedoch die Zahlen von denen ab, die zuvor bekannt gegeben wurden.
Gut ein Jahr nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen in dem früheren katholischen Piusheim bei München haben sich inzwischen 14 Betroffene bei der Opfer-Initiative „Eckiger Tisch“ gemeldet, wie ihr Sprecher Matthias Katsch mitteilte.
Bis zum Jahresbeginn zählte die Erzdiözese München und Freising nach Angaben eines Sprechers insgesamt elf Verdachtsfälle. Die Staatsanwaltschaft München II, die in der Sache im vergangenen Jahr Vorermittlungen aufgenommen hatte, gab zehn an. Inwieweit sich die Meldungen an Staatsanwaltschaft, Erzdiözese und „Eckigen Tisch“ überschneiden, war unklar.
„Es tut mir sehr weh, dass wir nicht die Ressourcen haben, um eine Begleitung und Beratung zu ermöglichen, wie sie das eigentlich verdient haben“, sagte Katsch über die Betroffenen, die sich beim „Eckigen Tisch“ gemeldet hatten.
„Das wäre dringend nötig. Denn diese Menschen haben ihr Leben lang mit ihrer Geschichte im Schatten gelebt, und verdienen jetzt Aufmerksamkeit und Anerkennung“, betonte er.
Der Sprecher sieht die Anlaufstelle für Heimkinder in Bayern in der Pflicht: „Ich hoffe, dass die geplante Intensivierung der Arbeit da einen Beitrag leisten kann. Hier ist dringend mehr Engagement nötig.“
Katholische Kirche (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.06.2021
Sexueller Missbrauch in der Kirche: Hunderte neue Hinweise aufgetaucht

Der bisherige Angeklagte und seine Vorgeschichte

Ein Prozess am Landgericht München II hatte die Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft im Frühjahr 2020 ausgelöst. Sie richteten sich zunächst gegen einen früheren Erzieher des ehemaligen Jugenddorfes Piusheim in Baiern (Kreis Ebersberg) nahe München und einen Geistlichen. Bis zum Jahresbeginn konnten aber nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft „weder konkrete Taten noch konkrete Beschuldigte ermittelt werden“.
Ein Großvater, der selbst wegen jahrelangen und massenhaften schweren Missbrauchs an seinen Enkeln und deren Freunden angeklagt ist, hatte vor Gericht ausgesagt, als Jugendlicher in dem Erziehungsheim der katholischen Kirche schwer missbraucht worden zu sein. Er sprach von Sexpartys und Prostitution sowie davon, dass ein Mitschüler sich in dem Heim das Leben nahm.
Im Januar wurde der Mann zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Er habe eine „dissoziale Persönlichkeit“, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag. Seine „desaströse Kindheit“ habe dem Angeklagten „ein völlig abseitiges Wertesystem“ vermittelt. Das, was der Angeklagte in dem katholischen Heim erleben musste, habe ihn für das Leben gezeichnet, sagte der Richter – und dazu geführt, dass er das, was er den Kindern über Jahre antat, für Liebe gehalten habe.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала