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Istanbul: Polizei geht mit Tränengas gegen Pride Parade-Demonstranten vor

© AFP 2021 / Bulent KilicPride Parade in der Türkei
Pride Parade in der Türkei - SNA, 1920, 27.06.2021
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Ungeachtet des Demonstrationsverbots haben sich in Istanbul Hunderte Menschen zur Pride-Parade versammelt. Berichten zufolge setzte die Polizei Tränengas und Plastikgeschosse gegen die Menge ein. Mehrere Menschen sollen festgenommen worden sein. Kritisiert wurde vor allem das zunehmend LGBTQI+-feindliche Klima im Land.
Unter dem Motto „Die Straße gehört uns“ hatten am Samstag verschiedene Zusammenschlüsse zu der Pride Parade aufgerufen. LGBTQI+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-, Inter- und queere Menschen und das Pluszeichen dient als Platzhalter für weitere Identitäten.
Bereits am Vortag wurden rund um den Veranstaltungsort Absperrgitter aufgestellt, die Demonstration wurde wenige Stunden vor dem geplanten Beginn von der Stadtteilregierung untersagt. Die Anordnung erging unter Berufung auf das Demonstrationsgesetz, das Verbote unter anderem wegen Verstoßes gegen die „Moral“ ermöglicht.
„In der Türkei sind wir seit 2015 mit einem radikalen Wandel der Regierungspolitik gegenüber LGBTQI+ Menschen konfrontiert. Der Staat hat den LGBTQI+-Menschen sozusagen den Krieg erklärt“, sagte Yildiz Tar von der Organisation Kaos GL der Deutschen Presse-Agentur.
Die Regierung übe eine Politik aus, die darauf abziele, die Feindschaft gegenüber LGBTQI+ im „gesamten Volk zu verbreiten“. Hassverbrechen würden nicht bestraft und nähmen stetig zu. Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hat LGBTQI+ in der Vergangenheit immer wieder verbal angegriffen.
LGBT-Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.06.2021
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Zu Beginn der Woche war in Istanbul zudem ein Picknick anlässlich der sogenannten Pride-Week untersagt worden. Mehreren Berichten zufolge beschlagnahmte die Polizei Utensilien in Regenbogenfarben. Im vergangenen Jahr hatte das Handelsministerium angeordnet, Produkte mit Regenbogenfahnen und anderen Symbolen für sexuelle und Gender-Vielfalt als ungeeignet für Menschen unter 18 Jahren zu kennzeichnen.
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