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Affäre mit enger Mitarbeiterin: Britischer Gesundheitsminister tritt nach Kuss-Fotos zurück

Matt Hancock  - SNA, 1920, 27.06.2021
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Nach Berichten über eine Affäre mit einer engen Mitarbeiterin ist der britische Gesundheitsminister Matt Hancock zurückgetreten. Von „The Sun“ veröffentlichte Bilder zeigen, wie der verheiratete Hancock eine Frau küsst. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen galten strenge Abstandsregeln zu Mitgliedern fremder Haushalte, die Hancock selbst aufgestellt hatte.
Wer die Corona-Regeln aufstelle, müsse sich erst recht daran halten, sagte der konservative Politiker in einem Video, das am Samstagabend veröffentlicht wurde. Der konservative Premierminister Boris Johnson nahm den Rücktritt an.
Hancock könne stolz sein auf das, was er vor und während der Pandemie erreicht habe, sagte der Premier. Zum Nachfolger ernannte Johnson den 51-jährigen Sajid Javid, der im Februar 2020 im Streit mit dem Premier als Finanzminister zurückgetreten war.
„Das letzte, das ich will, ist, dass mein Privatleben die Aufmerksamkeit von der zielstrebigen Konzentration ablenkt, die uns aus dieser Krise herausführt“, betonte der Ex-Minister. Er wolle nun bei seinen drei Kindern sein.
Der 42-Jährige gilt als Gesicht der britischen Regierung in der Pandemie. Trotz zahlreicher Vorwürfe konnte er sich bisher im Amt halten. So hatte etwa ein Bekannter einen millionenschweren Auftrag zur Lieferung von Corona-Schutzausrüstung erhalten, obwohl er keine Erfahrung in diesem Gebiet hat.

Sicherheitslücke im Ministerbüro?

Die Affäre des verheirateten Gesundheitsministers mit einer engen Mitarbeiterin, die am Freitag von der „Sun“ öffentlich gemacht worden war, war nun der negative Höhepunkt in Hancocks knapp dreijähriger Zeit im Amt. Dass er strenge Corona-Regeln predigte und betonte, er werde nicht einmal seine Eltern umarmen, aber nun beim innigen Kuss mit seiner Mitarbeiterin erwischt wurde – das war aber letztlich auch seiner Konservativen Partei zu viel.
Die Opposition fordert zudem eine Untersuchung, ob der Minister seine mutmaßliche Geliebte, die ebenfalls verheiratet ist, vor Beginn der Affäre eingestellt hat oder erst danach.
Fragen wirft unter anderem auf, wie die Aufnahmen des knutschenden Paares, die offensichtlich von einer Überwachungskamera im Ministerbüro gemacht wurden, an die „Sun“ gelangten. „Es zeigt, dass irgendwo eine Sicherheitslücke existiert und dass das Ministerium dies untersuchen muss“, zitierte die „Sunday Times“ eine Quelle in Sicherheitskreisen. Vielleicht seien sogar Regierungssitzungen und interne Kommunikation gefährdet. Bisher ging noch keine Anfrage zu Ermittlungen bei der zuständigen Behörde ein.
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