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Bluttat in Würzburg: Tatverdächtiger soll nach Festnahme von „Dschihad“ gesprochen haben

© AFP 2021 / ARMANDO BABANIEinwohner legen Blumen am Ort der tödlichen Messerattacke in Würzburg nieder.
Einwohner legen Blumen am Ort der tödlichen Messerattacke in Würzburg nieder. - SNA, 1920, 26.06.2021
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Einen Tag nach der tödlichen Messerattacke in Würzburg beschäftigt Polizei und Öffentlichkeit das Motiv des mutmaßlichen Täters, der mindestens drei Menschen getötet und fünf weitere schwer verletzt hat. Laut dem „Spiegel“ soll der Mann nach seiner Festnahme erklärt haben, seinen „Dschihad“ verwirklicht zu haben.
Zuvor soll ein Zeuge berichtet haben, er habe den Mann „Allahu Akbar“ (deutsch: Gott ist groß) rufen gehört, berichtet das Blatt weiter unter Verweis auf einen internen Behördenvermerk. Den Behörden war er bisher aber nicht als extremistisch aufgefallen. Wie es heißt, war der 24-jährige Flüchtling wegen Messer-Delikten dennoch polizeibekannt gewesen.
So sei ihm im Januar dieses Jahres wegen Bedrohung ein Messer abgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die für terroristische Taten zuständig ist, stehe derzeit im Kontakt mit den Behörden. Aus Sicherheitskreisen hieß es am Samstag, der mutmaßliche Täter habe bei seiner Vernehmung eine Äußerung gemacht, die auf religiösen Fanatismus schließen lasse.
Hinweise auf Kontakte zu militanten Salafisten gibt es dem Vernehmen nach bisher jedoch nicht. Der Angreifer soll 1997 in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geboren sein. Er kam 2015 nach Deutschland. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erhielt der Somalier subsidiären Schutz. Zuletzt soll der 24-Jährige in einer Obdachlosenunterkunft gewohnt haben.
Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) wollte einen islamistischen Anschlag nicht ausschließen. Ihm zufolge war der Mann nach gewalttätigen Übergriffen zwangsweise in psychiatrischer Behandlung.
Wieso er am Vortag offensichtlich grundlos Passanten attackiert und drei Menschen getötet hatte, war auch am Samstagvormittag noch ungeklärt. Der Mann liegt nach einem Schuss aus einer Polizeiwaffe verletzt in einem Krankenhaus der Stadt. Bei dem Angriff in einem Kleidergeschäft, in einer Bank und auf der Straße wurden mindestens fünf Menschen schwer verletzt. Zudem gab es weitere Verletzte.

Söder bezeichnet Tat als Amoklauf

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete die Bluttat am Samstag als Amoklauf. Er kündigte für Bayern Trauerbeflaggung an. „Die Ereignisse sind unfassbar und schockierend“, sagte er in Nürnberg. Bayern trauere um die Opfer. „Wir bangen, beten und hoffen mit den Verletzten und den Angehörigen.“ Besonders dankte Söder den Bürgern, die am Freitag versucht hätten, den Täter zu stellen und in Schach zu halten: „Das war ein ganz beeindruckendes Engagement.“
In der Universitätsstadt herrschte auch am Tag danach Entsetzen. Menschen stellten in der Nähe des Tatorts brennende Kerzen in Gedenken an die Opfer auf. In den Blickpunkt gerieten auch die couragierten Bürger, die sich dem Angreifer in den Weg stellten. Dank kam unter anderem von vielen Politikern, die offensichtlich die kurzen Videoclips in sozialen Netzwerken gesehen hatten, in denen Passanten den Somalier attackierten.
Polizeieinsatz in Deutschland (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.06.2021
Großeinsatz der Polizei in Würzburg: Drei Tote und fünf Verletzte bei Messerangriff in Innenstadt
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