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AfD-Co-Parteichef Tino Chrupalla in Moskau: „Gerade jetzt müssen wir im Dialog mit Russland bleiben“

© SNA / Nikolaj JolkinTino Chrupalla beim Pressegespräch in Moskau
Tino Chrupalla beim Pressegespräch in Moskau - SNA, 1920, 25.06.2021
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Der AfD-Spitzenkandidat war überrascht, dass bei der Sicherheitskonferenz in Moskau, auf der er eine Rede gehalten hat, am Tag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion vor 80 Jahren keine deutschen Regierungsvertreter anwesend waren. Damit verweigerten sie gerade jetzt den Dialog mit Russland, den die Opposition übernehmen musste.
Für seine Partei sei es wichtig, die Interessen der deutschen Bevölkerung in der Zeit, „wo wir die Gefahr eines neuen Kalten Krieges sehen, in der russischen Hauptstadt zum Ausdruck zu bringen“, sagte er beim Pressegespräch am letzten Tag seines Besuches. „Man muss über die Ideologie hinweg miteinander reden. Das ist genau das, was auch Wladimir Putin in seinem Gastbeitrag in der „Zeit“ zum Ausdruck gebracht hat. Auch wir als AfD möchten Pragmatismus statt Ideologie.“
„Wir haben im Kalten Krieg gesehen, was Ideologie bewirken kann“, fuhr Chrupalla fort. „Und heute sehe ich, dass die Ideologie Europa beeinflusst und dass wir Bedingungen stellen, um mit Russland überhaupt in Kontakt zu treten. Deswegen fand ich sehr interessant, wie viele Gesprächspartner, die verschiedene Nationen aus Asien, Afrika und Europa auf der Sicherheitskonferenz vertraten, im Dialog gestanden haben und ihre, ja, auch kritischen Dinge angebracht haben, denn nur so, nur im Gespräch, kann man Konflikte eigentlich lösen.“
Tino Chrupalla legt in Moskau Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten nieder - SNA, 1920, 22.06.2021
AfD-Spitzenkandidat Chrupalla legt in Moskau Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten nieder

Cybersicherheit – Kennzeichen der Zeit

Er selbst sprach unter anderem über die Cybersicherheit. „Es ist ein Thema, was alle Nationen betrifft. Es gibt nicht nur Cyberangriffe der Russen auf Deutschland oder auf Europa, sondern auch der Amerikaner, wenn man zum Beispiel die Abhöraktion auf das Handy der Bundeskanzlerin mit Unterstützung der Dänen nimmt. Es gibt verschiedene Aktionen, ob sie alle von Russland kommen, wissen wir nicht. Oder von welcher Plattform sie insgesamt kommen. Da braucht sicher kein Dienst dem anderen etwas vorzumachen. Diese Cyberaktivitäten werden von vielen Diensten der Welt bedient, nicht nur von russischen.“
Der AfD-Politiker betont: „Wir müssen überlegen, wie wir uns in Zukunft in der einen oder anderen Situation verhalten, wie die weiteren Beziehungen zu Russland sind, oder ob wir das immer als Grund für weitere Sanktionen nehmen, als Bedingung dafür, überhaupt Gespräche zu führen. Das halte ich für verkehrt.“
Chrupalla hat während der Konferenz auch von der Desinformation in 21. Jahrhundert gesprochen. „Sie gibt es auch in Deutschland, auch Fake News, Manipulation der Informationswege. Und wie mit der Opposition in Deutschland umgegangen wird. Für mich ist Desinformation auch Nichtberichterstattung, Ausgrenzung anderer Meinungen, überhaupt andere Meinungen gegenüberzustellen. Das erleben wir in Deutschland durch die Mainstream-Medien. Wir sind immer sehr schnell, mit dem Finger auf andere zu zeigen, auf Ungarn, auf Polen, auf Russland, wie dort mit der Opposition umgegangen wird. Es gibt sehr wohl Parallelen aber auch zu Deutschland.“

„Die AfD ist die am stärksten angegriffene Partei in Deutschland“

Das hat der AfD-Fraktionsvize während der Konferenz erwähnt. „Die internationale Presse und die internationale Gemeinschaft sollten wissen, wie wir als Opposition behandelt werden. Wir werden negiert und ausgegrenzt. Wir bekommen kaum Gelegenheit, unsere Position im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zum Ausdruck zu bringen. Was wurde dort über meine Moskau-Reise berichtet? De facto nichts. Ob ich einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten niederlegte, ist keine Erwähnung in den Medien wert. Keine Berichterstattung darüber, dass AfD-Politiker aus Gewerkschaften ausgeschlossen werden, dass die um ihren Job bangen müssen, dass ihnen das Konto gekündigt wird, weil sie bei der AfD sind, dass unsere Politiker von verschiedenen Autokonzernen keine Autos verkauft bekommen.“
„Mein Privatauto wurde auf meinem Hof abgebrannt“, fügte Chrupalla hinzu. „Es gab bis jetzt keine Aufklärung. Ich hatte etliche Angriffe auf mein privates Familienhaus. Es gab keine Aufklärung dieser Vorfälle, wer das getragen hat, woher die Angreifer gekommen sind. Die AfD ist die am stärksten angegriffene Partei in Deutschland. Das sagt ganz klar das BKA zum Beispiel.“
Das habe mit Demokratie nichts zu tun, so Chrupalla. „Daran sehen wir aktuell die Demokratiedefizite. Und dass sich Deutschland die letzten Tage, auch das habe ich aus Moskau jetzt verfolgt, lieber um die Farben eines Fußballstadions kümmert, eine Debatte entfacht, während wir wirklich wichtige sicherheitspolitische Themen haben. Daran zeigt sich im Prinzip, wie man die Wertung, Inhalte und die Kernprobleme in Deutschland angeht.“

Deutsche Politiker nehmen kaum auf, dass 62 Prozent aller Deutschen sich bessere Beziehungen zu Russland wünschen

Der AfD-Co-Parteichef ging auch auf eine aktuelle Umfrage ein, wie die deutsche Bevölkerung das Verhältnis zu Russland sieht. „Auch das wird in den Medien kaum erwähnt. Und unsere Politiker nehmen kaum auf, dass 62 Prozent aller Deutschen sich bessere Beziehungen zu Russland wünschen, dass 75 Prozent der deutschen Bevölkerung die Sanktionen gegen Russland für schädlich und abschaffungswürdig halten. Diese Interessen der deutschen Bevölkerung wollte ich zum Ausdruck bringen, und auch deswegen war ich hier.“
Das Treffen mit den deutschen Unternehmern in Moskau ist nicht unerwähnt geblieben. Auf die SNA-Frage diesbezüglich meinte Chrupalla, der auch dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie angehört, „von der deutschen Wirtschaft wird bemängelt, dass die Sanktionen sehr wohl schaden, dass man sich mit anderen Lieferketten auseinandersetzen muss, weil man natürlich gewisse Sanktionswege umgehen muss. Und das ist natürlich beschwerlich, auch kostet das viel Geld. Andere Unternehmen, aus Amerika zum Beispiel, können doch die großen Stücke, die die EU mit Sanktionen belegt hat, hier abschneiden.“
„Wenn man allein die östlichen Bundesländer nimmt, haben wir mit den Sanktionen, die die Amerikaner der EU aufdrängen, Wirtschaftseinbrüche von 60 Prozent“, stellt der AfD-Politiker fest. „Damit schneiden wir uns eher ins eigene Fleisch als den Russen. Denn die Russen schaffen sich natürlich andere Handelsbeziehungen, weiter östlich, mit China, aber auch mit Amerika selbst. Wenn sie zum Beispiel Rusal oder Boeing nehmen, profitieren von diesen Sanktionen eher die Amerikaner als die Europäer.“ Auch Nord Stream 2 wolle die AfD vollendet sehen, meint der Co-Bundesvorsitzende der Partei. „Es ist für Deutschland wichtig, dieses Energieprojekt zu bekommen, das auch in den nächsten Jahren kostengünstig für uns Gas zur Verfügung stellt.“
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