Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Spahn warnt vor „Sorgenherbst“ – Anteil der Delta-Variante steigt schnell

© CC0 / vitalworks / PixabayKrankenhaus (Symbolbild)
Krankenhaus (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.06.2021
Abonnieren
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnt angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus zur Vorsicht. Auf einen Urlaubssommer dürfe kein „Sorgenherbst“ folgen, warnte er gegenüber dem „Handelsblatt“ im Hinblick auf Urlaubsreisen.
„Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen“, sagte Spahn in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ am Donnerstag. Trotz der ansteckenderen Delta-Variante könnten die Menschen grundsätzlich sorglos ihren Urlaub buchen, bestätigte er. „Bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus.“ Dort sei das Risiko, sich anzustecken und die Virusvariante nach Hause zu bringen, viel höher.
In Deutschland wachse nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) der Anteil der als besorgniserregend eingestuften Delta-Variante deutlich – trotz einer weiter rückläufigen Sieben-Tage-Inzidenz. Der Anteil dieser Mutation habe sich in einer Stichprobe im Vergleich zur Vorwoche fast auf nun 15,1 Prozent verdoppelt. Das geht aus einem RKI-Bericht vom Mittwochabend hervor. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 7. bis 13. Juni.

„Jetzt ein Kipppunkt“?

Der Immunologe Carsten Watzl sagte der Deutschen Presse-Agentur (DPA) am Mittwochabend, dass er keinen Grund zur Panik sehe. Zugleich halte er Wachsamkeit aber für angebracht. „Die Fallzahlen von Alpha gehen ganz brav und deutlich zurück, aber die von Delta steigen leicht an. Weil Delta noch den kleineren Anteil am Infektionsgeschehen hat, gibt es bislang keinen Wiederanstieg“, so der Experte. „Noch sind wir in der Waage. Aber es könnte sein, dass das jetzt ein Kipppunkt ist“, befürchtet Watzl laut DPA.
Laut einem Bericht des RKI ist damit zu rechnen, dass Delta sich gegenüber den anderen Varianten durchsetzen werde. Der Virusmutant ist nach Angaben des RKI in den vergangenen vier Wochen in allen Bundesländern nachgewiesen worden. In Großbritannien soll Delta bereits fast 90 Prozent aller Neuinfektionen ausmachen – die Kurve ist steigend.
Der Virologe Klaus Stöhr sieht aber derzeit keine „dramatischen Auswirkungen“ der Delta-Variante auf die Pandemie. „Zum Glück sehen wir jetzt, und das sind die Zahlen aus England, dass sich die Delta-Variante höchstwahrscheinlich etwas leichter übertragen lässt, aber die Erkrankungsschwere scheint vierfach geringer zu sein“, sagte Stöhr dem MDR. Zudem sehe er wegen eines „Sinkflugs der Zahlen“ keinen Grund, „irgendetwas bei der Pandemiebekämpfung zu verändern und auch jetzt schon zu diskutieren, dass man im Herbst vielleicht die Schulen nicht öffnet“.
Covid-19 (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.06.2021
Immunologen: Neue Delta-Variante des Coronavirus kann Herdenimmunität in Deutschland bremsen

Impfquote statt Maßnahmen

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt vor Rückschlägen: „Wir dürfen jetzt das, was wir gemeinsam erreicht haben, nicht leichtfertig riskieren“, sagte sie am Mittwoch im Bundestag. Zwar sei die dritte Welle gebrochen – die Pandemie aber nicht vorbei. Die etwa in Portugal und Russland stark steigenden Neuinfektionen mit der Delta-Variante sowie der auch in Deutschland steigende Anteil an den Infektionen müsse „Warnung und Auftrag zugleich sein“, betonte Merkel.
Kanzleramtschef und Mediziner Helge Braun (CDU) glaubt, dass eine möglichst hohe Corona-Impfquote neue drastische Maßnahmen im Zusammenhang mit der weiteren Ausbreitung der Delta-Variante verhindern könne. Das machte der CDU-Politiker am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“ deutlich. Wenn sich zwei Drittel der Bürger – rund 55 Millionen Menschen – impfen ließen, „muss man dann auch nicht über einen Lockdown oder so nachdenken“, so die Einschätzung des Ministers für besondere Aufgaben.
In der Bundesrepublik haben sich nach Angaben des RKI bereits 52,2 Prozent der Menschen (43,4 Millionen) zum ersten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen. Etwa jeder Dritte (27,8 Millionen) sei gar vollständig gegen das Coronavirus geimpft. „Mit Blick auf die Delta-Variante halten wir das Impf-Tempo hoch“, teilte Spahn via Twitter mit.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала