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Gewerkschaften zu Rentenalterserhöhung: Ökonomen kreieren ein weiteres Horrorszenario

© AFP 2021 / John MacdougallAnja Piel (Archivbild)
Anja Piel (Archivbild) - SNA, 1920, 24.06.2021
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Der Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Anja Piel hat in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) einen Vorschlag für eine weitere Erhöhung des Rentenalters des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München (ifo Institut) scharf kritisiert. Darüber berichtet die NOZ am Donnerstag.
Die Wissenschaftler aus dem ifo Institut gehen davon aus, dass die „Renten derzeit stärker steigen als die Löhne der Beschäftigten". Als Grund dafür sehen sie „eigentlich fällige Rentendämpfungen“, die allerdings zurzeit ausgesetzt sind. Dementsprechend warnen die Ökonomen die kommende Regierung vor zusätzlichen Rentenleistungen und großen Belastungen für den Bundesetat und halten die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre für „unvermeidbar“.
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Solche Empfehlungen wies der DGB-Vorstand nun entschieden zurück. Laut Anja Piel schafften viele Menschen es nicht einmal bis zum 65. Lebensjahr zu arbeiten, geschweige denn bis 67 oder noch länger. Auch die Grundannahme der ifo-Wissenschaftler teilte die Gewerkschafterin nicht: Die Renten stiegen mittelfristig langsamer als die Löhn, sagte Piel gegenüber der NOZ.
„Märchen werden nicht deshalb wahr, weil man sie dauernd wiederholt. Den Anstieg der Mehrwertsteuer auf 27 Prozent bis 2050 herbeizureden ist der durchsichtige Versuch, neben dem dauernd bemühten Demografie-Monster ein weiteres Horrorszenario zu kreieren“, zitiert sie die Zeitung.
Der DGB-Vorstand ist der Ansicht, die Lösungen für eine tragfähige Finanzierung der Rente seien alle auf dem Tisch. Dazu gehören etwa mehr tariflich entlohnte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung und die Anhebung des Rentenversicherungsbeitrags bis 2045 auf 25 Prozent. Auch eine Erhöhung der Erbschaftssteuer sowie die Einführung einer Steuer auf große Vermögen könnten hierbei von Nutzen sein, findet Piel.
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