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Hundertausende Franzosen fordern Begnadigung von Mörderin ihres Vergewaltigers

© AFP 2021 / JEFF PACHOUDValérie Bacot, die ihren Ehemann und Peiniger umgebrachte
Valérie Bacot, die ihren Ehemann und Peiniger umgebrachte - SNA, 1920, 24.06.2021
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Er soll sie wiederholt vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen haben – dann hat sie ihn getötet. Die französische Justiz beleuchtet derzeit den Aufsehen erregenden Fall von Valérie Bacot, die ihren Ehemann und mutmaßlichen Peiniger vor fünf Jahren umgebracht hat.
Wie die französische Nachrichtenagentur AFP aus dem Gerichtssaal im ostfranzösischen Chalon-sur-Saône berichtete, droht der Französin Valérie Bacot lebenslange Haft. In einer Petition forderten nach aktuellem Stand von Donnerstag bereits mehr als 600.000 Französinnen und Franzosen Freiheit für die gepeinigte Angeklagte. Der Prozess soll bis Freitag dauern.

Liebhaber ihrer Mutter

Über Jahrzehnte hinweg war Bacot eigenen Schilderungen nach von ihrem Ehemann misshandelt worden. Ihren Leidensweg beschrieb sie in ihrem kürzlich beim Verlag Fayard erschienenen Buch „Tout le monde savait“ („Alle wussten es“). Bereits als zwölf Jahre altes Mädchen habe der damalige Liebhaber ihrer Mutter sie vergewaltigt. Er wurde verurteilt und kam ins Gefängnis, kehrte aber wieder in die Familie zurück. Mit 17 wurde sie schwanger und sah sich – von der eigenen Mutter verstoßen – gezwungen, ihren 25 Jahre älteren Peiniger zu heiraten. Wie die Frau vor Gericht sagte, war ihr Ehemann gewalttätig, bedrohte sie mit einer Pistole und zwang sie zur Prostitution. Letztlich habe sie ihn auch zum Schutz ihrer Tochter, die ihr Mann ins Auge gefasst haben solle, mit einem Schuss ins Genick getötet.

Parallelen zum Fall Sauvage

Der schreckenerregende Fall wird in Frankreich regelmäßig in einem Atemzug mit Jacqueline Sauvage genannt, die als Symbol für Opfer häuslicher Gewalt gilt. Nach 47 Jahren Ehe hatte diese ihren gewalttätigen Mann im September 2012 mit drei Schüssen in den Rücken getötet. Sie und ihre drei Töchter berichteten anschließend, der Mann habe sie jahrelang misshandelt. Ihr Fall löste heftige Debatten und Proteste aus. Sie wurde verurteilt und schließlich vom damaligen Präsidenten François Hollande begnadigt.
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