Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Immer mehr, billiger und reiner: UN verzeichnet Anstieg von Kokain-Importen nach Europa

© REUTERS / VALERY HACHEKokain (Symbolbild)
Kokain (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.06.2021
Abonnieren
Im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch hat die UN ihren Weltdrogenbericht vorgestellt. UN-Generalsekretär Antonio Guterres unterstrich das Ausmaß des Drogenproblems und rief zu internationaler Zusammenarbeit auf.
Am Donnerstag stellte das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) seinen jährlichen Weltdrogenbericht vor. Eine der zentralen Erkenntnisse sei, dass immer mehr und immer billigeres Kokain nach Europa gelange. Der Reinheitsgrad der Droge sei zudem im vergangenen Jahrzehnt um 40 Prozent gestiegen.
Für den Anstieg der Importe aus Südamerika seien neue Akteure auf dem Drogenmarkt verantwortlich, die das Kokain aus den Anden ohne Zwischenhändler nach Europa bringen würden. Neben spanischen und italienischen Gruppierungen seien es nun auch Banden vom Balkan.

Größerer Opiumanbau in Afghanistan

Einer gestiegenen Nachfrage erfreuten sich in der Pandemie auch Cannabis und Beruhigungsmittel. Eine Umfrage habe ergeben, dass in 66 Prozent der insgesamt 77 an der Erhebung beteiligten Länder ein Anstieg verzeichnet worden sei.
Zudem habe Afghanistan seine Opium-Anbauflächen deutlich ausgeweitet und entwickle sich zu einem wichtigen Amphetamin-Lieferanten, heißt es in dem Bericht.
Im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch, der am 26. Juni begangen wird, hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Donnerstag eine Botschaft veröffentlicht. Das Motto des diesjährigen Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr heißt „Drogenwissen weitergeben. Leben retten“.

Weltweite HIV-Infektionen nehmen ab – außer bei Drogenkonsumenten

Das Weltdrogenproblem stelle nach wie vor eine akute Herausforderung dar, die die Auswirkungen der Pandemie zu verschärfen und eine gesunde und alle einschließende Erholung zu behindern drohte, so Guterres. Aus dem Weltdrogenbericht 2021 des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) gehe hervor, dass sich die Zahl der Todesfälle, die auf drogenkonsumbedingte Schäden zurückzuführen sind, in den letzten zehn Jahren beinahe verdoppelt habe. Die weltweite Zahl der HIV-Neuinfektionen unter Erwachsenen sei in den letzten Jahren zwar zurückgegangen, aber nicht bei Menschen, die Drogen injizierten. Im Jahr 2019 seien zehn Prozent der Neuinfektionen auf sie entfallen. Guterres weiter:

„Internationale Zusammenarbeit hat zwar dazu beigetragen, die Verbreitung neuer psychoaktiver Substanzen zu begrenzen, aber das Problem verlagert sich derzeit in ärmere Regionen, in denen die Kontrollsysteme schwächer sind. Im Darknet werden immer mehr Drogen verkauft, und der Gebrauch von Arzneimitteln, einschließlich Opioiden, für nichtmedizinische Zwecke nimmt zu.“

Pandemie verschärft Suchtprobleme und stärkt organisierte Kriminalität

Der Drogenhandel und die organisierte Kriminalität heizten zudem die Spirale aus Gewalt und Konflikten an und hielten sie in Gang. Bewaffnete Gruppen und Terroristen profitierten vom illegalen Drogenhandel, und durch die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie seien Millionen Menschen nun noch stärker der Gefahr der Drogenkriminalität und des unerlaubten Anbaus von Betäubungsmittelpflanzen ausgesetzt.

„Viele der Risikofaktoren im Zusammenhang mit Kriminalität und gewalttätigem Verhalten fördern auch den Drogenkonsum, und gezielte Anstrengungen gegen diese sich überschneidenden Dynamiken – darunter Misshandlung in der Kindheit und mangelnde soziale Unterstützung – können dazu beitragen, die Prävention zu stärken.“

Untersuchungen zeigten darüber hinaus, dass Polizei und Justiz gegen die Kriminellen auf den oberen Ebenen der Drogenhandelskette, die die größten Gewinne einstreichen und von denen die meiste Gewalt ausgeht, vorgehen müssten.

„Öffentlich-private Partnerschaften – mit Technologieunternehmen, Post- und Kurierdiensten sowie Versandunternehmen – sind eine besonders wichtige Maßnahme und stehen ganz vorne im neuen Kampf gegen Drogenschmuggler, da diese in zunehmendem Maß den legalen Frachtverkehr und die Postdienste zur Beförderung ihrer illegalen Ware nutzen.“

Neue Techniken gegen Drogenschmuggel

Bessere Daten würden ebenfalls helfen, Trends zu erkennen, und ermöglichten die Verfolgung der schnell wechselnden Schmuggelrouten in Echtzeit. Wissenschaftsbasierte Frühwarnsysteme trügen dazu bei, neu entstehende Bedrohungen durch Drogen vorherzusagen.
„Ich lege allen Mitgliedstaaten eindringlich nahe, auf die Wissenschaft zu hören und zu handeln und dabei auf den international vereinbarten Rahmenwerken aufzubauen und die Unterstützung der Vereinten Nationen für das Ziel von Gesundheit und Gerechtigkeit in Anspruch zu nehmen“, lautet Guterres‘ Schlussappell.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала