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Übergewicht, Diabetes, Fettleber: Mediziner fordern Softdrink-Steuer

© CC0 / GREGOR / PixabaySoftdrinks (Symbolbild)
Softdrinks (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.06.2021
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Eine Schweizer Studie zeigt, dass Softdrinks in handelsüblichen Mengen die Fettproduktion in der Leber verdoppeln und auf lange Sicht Fettleber und Diabetes begünstigen. Die Politik soll endlich gegen ungesunde Ernährung wirkungsvoll vorgehen, fordern Mediziner.
Für eine gesunde Ernährung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Zuckerkonsum von höchstens 50 Gramm, besser noch 25 Gramm pro Tag. Den Hintergrund bilden Erkrankungen, die durch eine zu stark zuckerhaltige Ernährung begünstigt werden. Begünstigt heißt in diesem Fall: Es ist nicht nachzuweisen, dass eine bestimmte Portion Zucker sie ausgelöst hat. Aber laut Statistiken geht hoher Zuckerkonsum mit bestimmten Erkrankungen sehr häufig einher.
In einer aktuellen Studie aus Zürich haben Forscher dieses „Einhergehen“ näher untersucht. 94 normalgewichtige junge Männer konsumierten über einen Zeitraum von sieben Wochen Getränke, die mit Frucht-, Trauben- und Haushaltszucker versetzt waren. Die Studienteilnehmer nahmen auf diese Weise täglich 80 Gramm Zucker zusätzlich zu ihrer normalen Ernährung ein. Eine Kontrollgruppe dagegen verzichtete auf jegliche zuckerhaltigen Getränke.

Volkskrankheit: Fettleber

Das Ergebnis: Die Fettproduktion in der Leber war bei den Konsumenten der gesüßten Getränke doppelt so hoch wie bei Menschen aus der Kontrollgruppe. „Besonders erschreckend war für uns, dass der häufig für gesund erklärte Traubenzucker eine so deutliche Steigerung in der Fettsynthese hervorgerufen hat“, sagt Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
Das Problem: Die Fette werden in die Leber eingelagert und führen auf Dauer zu ihrer Verfettung. Das wiederum spielt der Fettleibigkeit, Diabetes des Typs 2 sowie der sogenannten Fettleber in die Hände. „In Deutschland leidet bereits jetzt fast jeder Dritte an einer nicht-alkoholischen Fettleber. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 die Anzahl der Patienten mit einer Fettleberhepatitis auf 4,7 Millionen ansteigen wird. Die Politik ist in der Verantwortung, Maßnahmen gegen diese Entwicklung zu ergreifen“, so Wedemeyer.
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Maßnahmen gegen Fettleibigkeit dringend notwendig

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (Dank) nimmt das zum Anlass, Forderungen zu wiederholen, die sie bereits an die Politik gestellt hatte. Dazu gehört eine Besteuerung besonders zuckerreicher Getränke mit 29 Prozent. In Großbritannien hat eine solche „Softdrink-Steuer“ in zwei Jahren zu einem Rückgang des Konsums von über einem Drittel geführt. Ebenso sollten die Steuern auf Lebensmittel mit hohem Gehalt an Zucker, Fett und Salz angehoben werden, dagegen die Mehrwertsteuer bei gesunden Lebensmitteln gestrichen werden. Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke an Kinder sollte verboten werden, die Ernährung in Kitas und Schulen den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) angepasst und auch für mindestens ein Stunde Bewegung am Tag in den Einrichtungen gesorgt werden. Außerdem sollte der „Nutri-Score“, ein Etikett, das über den Nährwert von Lebensmitteln informiert, verbindlich und nicht auf freiwilliger Basis von Lebensmittelproduzenten angebracht werden.
„Die Züricher Studie zeigt, dass 80 Gramm Zucker täglich ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen können, doch das steht in keinem Verhältnis zur Realität. In einem Liter Cola sind im Durchschnitt bereits mehr als 90 Gramm Zucker enthalten“, sagt Barbara Bitzer, Dank-Sprecherin und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Es ist völlig unverständlich, dass Deutschland diese Erkenntnisse mit Rücksicht auf die Lebensmittelindustrie bewusst ignoriert und lediglich auf eine freiwillige Zuckerreduktion setzt.“
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