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Khashoggi-Mord: Saudische Agenten erhielten paramilitärische Ausbildung in den USA - NYT

© AFP 2021 / OZAN KOSEJamal Khashoggi
Jamal Khashoggi  - SNA, 1920, 23.06.2021
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Vier Saudis, die an der Ermordung des oppositionellen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi 2018 beteiligt waren, hatten laut der Zeitung „The New York Times“ eine paramilitärische Ausbildung in den USA erhalten. Einen Vertrag dazu soll das US-Außenministerium genehmigt haben. Die Zeitung beruft sich auf Unterlagen und vertrauliche Quellen.
Die Schulung wurde von dem in Arkansas ansässigen Sicherheitsunternehmen Tier 1 Group durchgeführt. Laut dem Unternehmen sei das Training – einschließlich „sicherer Treffsicherheit“ und „Abwehr eines Angriffs“ – defensiver Natur gewesen und entwickelt worden, um die saudischen Führer besser zu schützen. Eine Person, die mit dem Training vertraut war, sagte laut der „NYT“, es habe auch Überwachung und Nahkampf beinhaltet.
Es gebe keine Beweise dafür, dass die amerikanischen Beamten, die das Training genehmigt haben, oder die Führungskräfte der Tier-1-Gruppe wussten, dass die Saudis an der Razzia in Saudi-Arabien beteiligt waren, schreibt die Zeitung. „Aber die Tatsache, dass die Regierung eine hochqualitative militärische Ausbildung für Aktivisten genehmigt hat, die später einen grausamen Mord an einem Journalisten durchgeführt haben, zeigt, wie stark die Vereinigten Staaten mit einer autokratischen Nation verflochten sind, obwohl ihre Agenten schreckliche Menschenrechtsverletzungen begangen haben“, hieß es im Beitrag.
Das Außenministerium habe der Tier-1-Gruppe während der Obama-Regierung 2014 zunächst eine Lizenz für die paramilitärische Ausbildung der saudischen Königlichen Garde erteilt. Das Training sei zumindest im ersten Jahr der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Donald Trump fortgesetzt worden.
Louis Bremer, ein leitender Angestellter von Cerberus Capital Management, der Muttergesellschaft der Tier-1, bestätigte die Rolle seines Unternehmens in der Schulung, betonte aber, dass das Training nichts mit der Ermordung von Jamal Khashoggi zu tun hatte.
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Tötung von Jamal Khashoggi

Khashoggi, ein Kolumnist der Washington Post, wurde im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet. Sein Leichnam ist bis heute nicht gefunden worden. Die „Washington Post“ berichtete im selben Jahr unter Verweis auf eine türkische Quelle, dass „biologische Beweise“ im Garten des Konsulats gefunden worden seien.
Die Führung des Königreichs war nach Khashoggis Verschwinden scharfer Kritik ausgesetzt. Sie räumte den Mord erst auf internationalen Druck hin ein. Die Spuren führten bis in das engste Umfeld von Kronprinz Mohammed bin Salman, der aber bestritt, die Tötung selbst angeordnet zu haben.
Acht Angeklagte wurden im vergangenen Jahr zu bis zu zwei Jahrzehnten Gefängnis verurteilt, aber Menschenrechtsaktivisten kritisierten die Strafen, die auf untergeordnete Agenten abzielten, während die Anführer verschont blieben.
Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) will den Kronprinz nun in Deutschland vor Gericht bringen. Anfang März hat sie beim Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe eine Strafanzeige gegen Mohammed Bin Salman und mehrere saudische Spitzenbeamte gestellt.
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