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Immunologen: Neue Delta-Variante des Coronavirus kann Herdenimmunität in Deutschland bremsen

Covid-19 (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.06.2021
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Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) hat Besorgnis geäußert, dass die Ausbreitung einer neuen Coronavirus-Variante in Deutschland den Weg zum Herdenschutz verhindern kann. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA) am Dienstag.
Laut dem DGfI-Generalsekretär Carsten Watzl ist die Delta-Variante des Coronavirus „noch ein Stück ansteckender“ als die derzeit vorherrschende Virusvariante Alpha. „Anhand der bisherigen, noch unsicheren Daten braucht man wohl rund 85 Prozent immune Menschen in der Bevölkerung, um die Ungeimpften indirekt mit zu schützen“, betonte Watzl gegenüber der DPA.
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Zum Pandemiebeginn gingen Experten noch von einem Anteil von etwa zwei Dritteln der Geimpften aus. Nun, da der Erreger deutlich infektiöser sei, werde die Herdenimmunität schwer zu erlangen sein, solange es für Kinder unter zwölf Jahren keinen zugelassenen Impfstoff und für alle unter 18 Jahren keine allgemeine Impfempfehlung gebe, sagte der Immunologe. Auch für jüngere Schüler bestehe wegen mangelnder Impfmöglichkeiten momentan keinerlei Gemeinschaftsschutz. Demnach empfiehl die DGfI noch Anfang Juni, die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) eröffneten Möglichkeiten der Impfung von Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren wahrzunehmen.
„Es kann sein, dass Herdenimmunität nur für einzelne Einrichtungen wie Pflegeheime erreicht werden kann, aber nicht für das Gros der Bevölkerung“, stellte Watzl fest.
Der Immunologe wies darauf hin, dass das Robert Koch-Institut für Anfang Juni eine Zunahme von 3,7 auf 6,2 Prozent der Delta-Infizierten an den untersuchten positiven Corona-Proben in Deutschland verzeichnete. Zwar entwickelten sich die Delta-Fälle, auch wie die Corona-Fälle insgesamt, in absoluten Zahlen eher rückläufig, aber die Wachsamkeit sei nun wichtig, warnte Watzl, damit keine neue Welle mit der Variante aufkommen könne. Insbesondere müssten Kontakte nach Ausbrüchen genau nachverfolgt werden, so der Experte.
„Die gute Nachricht ist: Jeder, der vollständig geimpft ist, ist auch vor Delta geschützt“, zitiert ihn die DPA.
Es wäre bereits eine große Hilfe für die Pandemiebekämpfung, sollte die Impfquote von 60 bis 70 Prozent in der Bevölkerung erreicht werden, unterstrich Watzl. Menschen, die nicht geimpft werden können, die sich nicht immunisieren lassen wollen oder bei denen die Impfung etwa aus Gründen wie Alter oder Erkrankung nicht so gut anspricht, würden sich dann am ehesten infizieren. Aber:
„Die Hoffnung ist, dass es dann nur noch zu kleineren Ausbrüchen kommt, die keine Lockdown-Maßnahmen mehr erfordern“.
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