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Studie stellt PCR-Test in Frage – BMG verteidigt: „Ist und bleibt der Goldstandard“

© REUTERS / NAVESH CHITRAKAREin PCR-Test (Symbolbild)
Ein PCR-Test (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.06.2021
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Eine Studie der Universität Duisburg-Essen stellt dem PCR-Test ein schlechtes Zeugnis aus. Mehr als die Hälfte der auf Sars-Cov-2 positiv Getesteten war demnach „wahrscheinlich“ nicht infektiös. Die Testergebnisse sollten daher nicht als Grundlage für Lockdown-Maßnahmen dienen, so ein Studien-Autor. Die Bundesregierung verteidigt den Test.
Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen weisen in ihrer Studie darauf hin, dass die Ergebnisse des PCR-Tests allein zu wenig aussagekräftig sind, um damit Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zu begründen. Danach würden positive Testergebnisse nicht hinreichend beweisen, dass mit Sars-Cov-2 Infizierte andere Personen mit dem Virus anstecken können. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Münster und dem MVZ Labor Münster hatten sie zuvor rund 190.000 Ergebnisse von mehr als 160.000 Menschen dahingehend ausgewertet.

Mehr als die Hälfte der positiv getesteten Personen „wahrscheinlich nicht infektiös“

Die „positiven“ Ergebnisse von Tests mittels der RT-PCR-Technik werden als sogenannte Neuinfektionen gemeldet. Der entsprechende Wert pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche wird in der Bundesrepublik als „Sieben-Tage-Inzidenz“ bezeichnet. Damit werden die Anti-Corona-Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren begründet.
Das stellen die Forscher aufgrund der Ergebnisse ihrer Untersuchung nun infrage. „Ein positiver RT-PCR-Test allein ist nach unserer Studie kein hinreichender Beweis dafür, dass Getestete das Coronavirus auf Mitmenschen auch übertragen können“, erklärt Erstautor Andreas Stang, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) des Universitätsklinikums Essen. „Die am Ende errechnete Zahl von Sars-Cov-2 positiv Getesteten sollte daher nicht als Grundlage für Pandemiebekämpfungsmaßnahmen, wie Quarantäne, Isolation oder Lockdown, benutzt werden“, so der Forscher.
Die meisten positiven Tests in den genommenen Stichproben zeigten einen Cycle-threshold-Wert (Ct-Wert) von 25 oder höher, was auf eine niedrige Viruslast hindeutet. Die Ct-Werte waren laut Studie bei symptomatischen Personen im Durchschnitt niedriger als bei asymptomatischen Personen. Den Studienergebnissen zufolge waren mehr als die Hälfte der Personen mit positiven PCR-Testergebnissen „wahrscheinlich nicht infektiös“.
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BMG: „PCR-Test bleibt Goldstandard“

In der Regierungspressekonferenz am Montag sprach ein SNA-Redakteur die Untersuchung an. Der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), Sebastian Gülde, verteidigte die Methode: „Der PCR-Test ist und bleibt der Goldstandard zum Nachweis einer Sars-Cov-2 Infektion. Er hat eine sehr, sehr hohe Sensitivität und Spezifizität. Insofern haben wir keinen Zweifel an der Genauigkeit des PCR-Tests.“
Der PCR-Test gilt als ein wichtiges Kriterium für die Aufrechterhaltung oder Lockerung von Maßnahmen. Dazu sagte der Forscher: „Ja, die Neuinfektionen sind ein wichtiger Indikator, um tatsächlich die epidemische Lage zu beurteilen. Aber sie sind nicht der einzige Faktor.“ So seien die Belegung der Intensivkapazitäten, die Hospitalisierung und die Todesfälle weitere wichtige Kriterien. Zudem seien das alles Faktoren, die in der Vergangenheit deutlich miteinander korrespondiert hätten – insbesondere in der Zeit, als wir noch nicht flächendeckend geimpft haben. Weitere Faktoren sind laut Gülde der Impffortschritt und „qualitative Kriterien – etwa das Auftreten von Infektionsclustern oder eher eines diffusen Infektionsgeschehens sowie das Auftreten von Virusvarianten“.
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