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Stiko-Chef lehnt Massenimpfung von Kindern ab - Lauterbach und Co. drängen darauf

© AFP 2021 / INA FASSBENDEREin Schüler testet sich am 17. Mai 2021 mit einem Schnelltest in der Bonner Schule Freiherr vom Stein auf das Coronavirus.
Ein Schüler testet sich am 17. Mai 2021 mit einem Schnelltest in der Bonner Schule Freiherr vom Stein auf das Coronavirus. - SNA, 1920, 21.06.2021
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Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat erneut die politische Debatte um eine Massenimpfung von Kindern und Jugendlichen vor dem neuen Schuljahr kritisiert. Die Stiko hatte zuvor keine allgemeine Impfempfehlung herausgegeben. Jedoch wollen einige Politiker, dass mehr Kinder geimpft werden.
Es sei grundsätzlich bedauerlich, sagte Mertens am Wochenende auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin, dass dies zu einem politischen Thema geworden sei, noch bevor es eine Zulassung für einen Impfstoff gegeben habe.

„Von diesen ganzen Aussagen war ja praktisch nichts wirklich evidenzbasiert, muss man fairerweise sagen. Und leider Gottes ist in dieser Phase die entscheidende Problematik, nämlich brauchen Kinder und Jugendliche diese Impfung, überhaupt nicht angesprochen worden.“

Es habe bei Kindern insgesamt 1849 Fälle gegeben, bei denen es Einweisungen ins Krankenhaus gegeben habe, fügte Mertens hinzu. Dies sei ein Prozent der schon geringen Zahl gemeldeter Fälle. Ansonsten verliefen die Infektionen bei dieser Altersgruppe bekanntlich sehr häufig asymptomatisch oder mild. Zum Teil seien betroffene Kinder auch wegen Blinddarmentzündungen ins Krankenhaus gekommen und dann positiv getestet worden. Von den Hospitalisierungen sei dann ein Prozent intensivmedizinisch behandelt worden. „Den Kindern bietet man ja kein Lakritzbonbon an, sondern es ist ein medizinischer Eingriff und der muss entsprechend indiziert sein“, deutete Mertens zuvor seine Entscheidung an, keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren herauszugeben. Dann kam eine Empfehlung lediglich für Kinder mit Vorerkrankungen.
„Also ich kann nur noch mal sagen: Vieles von dem, was da auf der politischen Bühne vor der Zulassung schon diskutiert ist, hält eigentlich einer kritischen Betrachtung nicht stand“, äußerte Mertens weiter auf dem Online-Kongress.

Spahn verspricht erste Impfungen bis Ende August - Lauterbach

Gesundheitsminister Jens Spahn bestätigte am Sonntag im ARD ebenfalls seinen Willen, Kindern ab zwölf Jahren ein Impfangebot zu machen. „Unser Ziel sollte sein, so viel Normalität wie möglich nach den Ferien auch für die Schulen, aber eben auch so viel Sicherheit wie möglich“, sagte Spahn dabei. Eine Möglichkeit dabei seien Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren. „Wir können bis Ende August, jedem über Zwölfjährigen, der geimpft werden will, mindestens die erste Impfung angeboten haben.“ Für alle Nicht-Geimpften brauche es auch weiterhin mindestens regelmäßiges Testen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn tragen Gesichtsmasken vor einer Kabinettssitzung im Kanzleramt in Berlin am 16. Dezember 2020. Symbolfoto - SNA, 1920, 11.06.2021
Neue Belastung für Spahn: Bundesländer schicken Millionen mangelhafte Masken zurück - Medienberichte
De SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach äußere seinerseits am Samstag, dass nun auch dringend Kinder und Jugendliche geimpft werden müssten. Denn es sei zu erwarten, dass es immerhin bei einem Prozent der infizierten Kinder zu einem schweren Krankheitsverlauf mit einer notwendigen Behandlung im Krankenhaus komme, erklärte Lauterbach bei der Tagung des Politischen Clubs der Akademie. Außerdem seien Ausbrüche der Pandemie in den Schulen zu befürchten. Nach sorgfältiger Abwägung habe sich deshalb seine 14-jährige Tochter impfen lassen.
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