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Knapp 100 Tage vor der Bundestagswahl: Merkel sieht Deutschland in einem Epochenwechsel

© REUTERS / POOLBundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel - SNA, 1920, 21.06.2021
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Kanzlerin Angela Merkel sieht Deutschland angesichts der Folgen der Corona-Pandemie an einem richtungsweisenden Punkt – auch wegen der Pandemie.
Das Land stehe vor tiefgreifenden Umbrüchen, sagte Merkel am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bei einer gemeinsamen Klausur der Spitzen von CDU und CSU zum Wahlprogramm der Union in Berlin.
„Wir sind in einem Epochenwechsel“, sagte die scheidende Kanzlerin. Dieser werde getrieben durch Innovation und Digitalisierung. Es sei wichtig, dass CDU und CSU in ihrem gemeinsamen Programm für die Bundestagswahl im ersten Kapitel darüber sprächen.
Knapp 100 Tage vor der Bundestagswahl wollen die Spitzen von CDU und CSU ihr gemeinsames Programm am Montag beschließen und es der Öffentlichkeit präsentieren.
Merkel sagte nach den Teilnehmerangaben, seit dem Jahr 2007 sei eine Herausforderung nach der anderen für das Land gekommen. Mit der Pandemie würden die Karten auf der Welt noch einmal neu gemischt. Die offenen Demokratien hätten sich beim Umgang mit Corona schwerer getan als die autokratischen Systeme. „Wir haben mehr aufzuholen“, wurde Merkel zitiert. Bei den USA sehe man, „mit welcher Wucht sie es nun anpacken – auch wirtschaftlich“. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt habe sich mehr als versechsfacht. China sei sehr erfolgreich trotz eines autokratischen Systems. Europa sei an vielen Stellen nicht führend: Weder bei den Quantencomputern, noch bei den Computerchips oder der Batterieforschung. Dies müsse man angehen.
EU-Flagge vor dem Hauptgebäude der EU-Kommission in Brüssel - SNA, 1920, 16.06.2021
EU-Zustimmung der Deutschen geht teilweise zurück
Merkel warnte auch trotz niedriger Werte bei den Corona-Inzidenzen vor Übermut und rief auf, weiter Maske zu tragen. Man sei bei einer erfreulichen Inzidenz unter zehn, dies sei aber immer noch drei Mal so hoch wie vor zwölf Monaten. Die Pandemie werde erst zu Ende sein, wenn die ganze Welt geimpft sei.
Trotz sinkender Corona-Zahlen in Deutschland gibt es verstärkt Sorgen wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. Erstmals seit zehn Monaten hatten die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Nach den Angaben vom Montagmorgen wurden 346 neue Fälle registriert.
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