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Friedensaufruf erscheint in deutscher und russischer Zeitung

Zeitung (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.06.2021
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Zum 80. Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion erscheint am 22. Juni eine ganzseitige Anzeige in einer deutschen und einer russischen Zeitung. Die deutsche Initiative wirbt für Frieden und Völkerverständigung.
Am Dienstag wird der Aufruf „Lasst uns Frieden stiften“ auf Russisch in der Zeitung „Kommersant“ und parallel auf Deutsch in der „Berliner Zeitung“ erscheinen. Finanziert wird der als Anzeige erscheinende Text durch Spenden von etwa 1300 deutschen Bürgerinnen und Bürgern.

„Überwältigendes“ Echo

Erst vor drei Wochen sind die Initiatoren Antja Vollmer, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D., Peter Brandt, Historiker und Sohn des Bundeskanzlers Willy Brandt, Reiner Braun, Geschäftsführer vom International Peace Bureau und Martin Hoffmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Deutsch-Russisches Forum mit ihrem Aufruf an die Öffentlichkeit gegangen. In einer Online-Pressekonferenz zeigten sie sich „überwältigt“ von der Resonanz und verwiesen auf die große Diskrepanz in Deutschland zwischen der Einstellung der Medien und der Politik und der Einstellung der Bevölkerung zu Russland.
Antje Vollmer sagte:

„Deutsche Medien sind zunehmend einseitig in ihrer Berichterstattung über Russland und vermitteln den Eindruck, die Einstellung der Bevölkerung zu Russland hätte sich auch zum Negativen geändert. Dem ist nicht so. Das wollen wir mit dieser Anzeige zum Ausdruck bringen.“

Gorbatschow verbittert

Nirgends gäbe es so „aggressive Medienkampagnen“ gegen Russland und so wenig Verständnis für die Russen wie in Deutschland, würden ihre russischen Partner und Kollegen klagen, sagte Vollmer.
In einer kleinen Runde, an der auch Vollmer teilnahm, hätte sich der letzte Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, verbittert gezeigt, dass er und die Sowjetführung Ende der 1980er Jahre mit „Perestroika“ und „Glasnost“ alles riskiert hätten, da sie auf einen Platz in der europäischen Gemeinschaft hofften. Aber der Westen hätte seine Einstellung gegenüber Russland nicht geändert. Russland sei nach wie vor Sündenbock für alles.
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Keine Gedenkfeier des Bundestages

Rainer Braun bezeichnete es als „unwürdig“, dass es keine offizielle Gedenkfeier des Bundestages zum 80. Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion geben wird. Einzig die Partei „Die Linke“ wird eine Veranstaltung durchführen. Dies sei „unverzeihlich gegenüber den Opfern und unverantwortlich in Bezug auf eine Entspannungspolitik gegenüber Russland“, so Braun.
Die Initiatoren hätten sich bewusst für eine russische Zeitung zur Veröffentlichung des Aufrufs entschieden, „um zu zeigen, dass es auch ein anderes Deutschland gibt“.
Peter Brandt ergänzte, dass die Frage eines guten Verhältnisses zu Russland kein „Links/Rechts-Thema“ sei, wie es auch an der Bandbreite an Unterzeichnern unter dem Aufruf zu sehen ist. „Darin besteht auch eine Chance“, so Brandt.
Erstunterzeichner des Aufrufs sind unter anderem der regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller, Ex-Ministerpräsident und SPD-Vorsitzender Matthias Platzeck, Horst Teltschik, Sicherheitsberater von Helmut Kohl und der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder.
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Frieden in Europa nur mit Russland

In dem Aufruf heißt es:
„Frieden in Europa gelingt nur gemeinsam mit Russland und nicht gegen Russland. Deshalb rufen wir die Politiker Europas in Ost und West auf: Bewegt Euch! Verlasst endlich die Sphäre und die Logik des Kalten Krieges! Nicht die Panzertruppen oder Rüstungszahlen müssen wachsen, sondern die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Macht es, wie es die Menschen in Russland, Deutschland und Europa in der konkreten Arbeit in Städtepartnerschaften, im Jugendaustausch, in Wirtschafts- und Wissenschaftskooperationen tun. Verlasst die mentalen Gefängnisse der Feindbilder, Ressentiments und Ängste! Lasst uns endlich Frieden stiften! Die Menschen in Europa warten schon lange darauf. Dies ist die Lehre des 22. Juni.“
Der Aufruf „Lasst und Frieden stiften“ wird am 22. Juni 2021 als ganzseitige Anzeige im „Kommersant“ und in der „Berliner Zeitung“ erscheinen.
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