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Kontroverse Frage: FFP2-Masken für Kinder?

© CC0 / pedro_wroclaw / PixabayMädchen in einer Gesichtsmaske (Symbolbild)
Mädchen in einer Gesichtsmaske (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.06.2021
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Die Bundesregierung will spezielle FFP2-Masken für Kinder, weil die Erwachsenenmasken unter Umständen nicht richtig sitzen und damit keinen optimalen Schutz bieten. Doch brauchen Kinder diese Masken wirklich?
Wie die „Tagesschau“ am Sonntag berichtete, sieht die Bundesregierung Bedarf an FFP2-Masken für Kinder. Hierfür habe das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Normung einer Infektionsschutzmaske beim Deutschen Institut für Normung auf den Weg gebracht, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen soll. „Eine Erkenntnis aus der Pandemie ist, dass wir Standards für Infektionsschutzmasken für Kinder entwickeln müssen“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".
Dass nun nach speziellen FFP2-Masken für Kinder gefragt wird, dürfte zum Hintergrund haben, dass Kinder und Jugendliche einerseits zuletzt im Unterricht Masken tragen mussten, diese jedoch dicht anliegen müssen, um optimalen Schutz zu gewähren. „Sie müssen dicht am Gesicht sitzen, um ihre Filterleistung entfalten zu können“, heißt es auf der Internetseite des BfArM über das fachgerechte Tragen von FFP2-Masken. Sind diese für ein Kind viel zu groß, lassen sie unter Umständen Luftströme entlang der Ränder ungefiltert durch.
Ob eine Maskenpflicht für Kinder, zumal im Hochsommer, zumutbar und überhaupt sinnvoll ist – daran scheiden sich die Geister. Am Montag trendet der Hashtag „FFP2“ auf Twitter. Dabei stehen viele User, inklusive Politikern, einer FFP2-Maskenpflicht für Kinder ablehnend gegenüber, auch wegen möglicher Gesundheitsgefahren.
Dieser User verweist auf die Warnungen des Robert Koch-Instituts (RKI), wonach FFP2-Masken maximal 75 Minuten lang getragen werden sollen, mit einer 30-minütigen Pause im Anschluss. Zudem könnten sie zu Nebenwirkungen wie Atemwegsbeschwerden und Gesichtsdermatitis führen. Eine feucht gewordene Maske müsse laut RKI gewechselt werden. Alles Bedingungen, die bei einem Schultag von mehreren Stunden nur schwer umsetzbar scheinen.
Doch nicht nur die Maskenpflicht für Kinder steht angesichts der niedrigen Inzidenz und der hochsommerlichen Temperaturen zur Debatte. In einem Interview mit der „Fuldaer Zeitung“ sagte der Virologe Hendrik Streeck, eine Maskenpflicht sei unter diesen Bedingungen nicht mehr sinnvoll.

„Die Aerosolforscher würden mir recht geben, dass eine Maskenpflicht im Freien, egal ob Winter oder Sommer, wenig zielführend ist. In Innenräumen muss man es differenzierter sehen, und es kommt auf die Situation an. Allgemeingültige Empfehlungen kann man hier nicht geben.“

Streeck hatte bereits im Januar auf die Saisonalität der Virusausbreitung verwiesen und sinkende Inzidenzwerte ab April prognostiziert. Zuletzt musste ihm auch einer seiner schärfsten Kritiker, SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, in diesem Punkt recht geben. Eine komplette Rücknahme der Maßnahmen befürwortet Streeck allerdings nicht. Im Gespräch mit der „Fuldaer Zeitung“ setzt er vielmehr auf unterschiedliche Strategien für die warme und die kalte Jahreszeit.
Danach gefragt, für wie sinnvoll er die Impfung für Kinder halte, sagte der Bonner Virologe, er befürworte die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko), wonach man differenzieren und eine Impfung nur für diejenigen Kinder empfehlen solle, die potentiell einen schweren Verlauf entwickeln könnten.
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