Waffen auf „Black Lives Matter”-Protestler gerichtet: US-Paar zu Geldstrafen verurteilt

© REUTERS / Lawrence BryantUS-Ehepaar zielt auf „Black Lives Matter”-Protestler mit einer Pistole und einem Sturmgewehr
US-Ehepaar zielt auf „Black Lives Matter”-Protestler mit einer Pistole und einem Sturmgewehr - SNA, 1920, 18.06.2021
Ein Ehepaar aus dem US-Bundesstaat Missouri, das im vergangenen Jahr während einer „Black Lives Matter“-Demo auf Marschierende von seinem Grundstück aus mit einer Pistole und einem Sturmgewehr gezielt hatte, ist zu Geldstrafen verurteilt worden.
Der Rechtsanwalt Mark McCloskey muss nun 750 Dollar (umgerechnet rund 628 Euro) zahlen, seine ebenfalls als Anwältin tätige Ehefrau Patricia McCloskey 2.000 Dollar (rund 1.675 Euro), wie ein Gerichtssprecher in der Stadt St. Louis am Donnerstag mitteilte.
Das Ehepaar hatte sich zuvor schuldig bekannt und ist daher mit einer relativ milden Strafe davongekommen. Der Mann wurde wegen eines physischen Angriffes minderen Grades verurteilt, seine Frau wegen Drangsalierung minderen Grades.

Zwischenfall von St. Louis

Zu dem Vorfall war es am 28. Juni 2020 im Laufe einer Welle von Protesten und Unruhen in den USA nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd gekommen. Hunderte Anti-Rassismus-Protestler sollen sich gewaltsam Zutritt zu einem eingezäunten Wohnkomplex verschafft haben und auf dem Weg zum benachbarten Haus von Lyda Krewson, der Bürgermeisterin von St. Louis, gewesen sein.
Wie ein im Netz erschienenes und viral gewordenes Video zeigte, forderten Mark und Patricia McCloskey die Demonstranten auf, die private Straße zu verlassen, und richteten Waffen auf sie. Der Fall sorgte für heftige Reaktionen.

Unterstützung bei Republikanern

Bei den Republikanern hatte das Verhalten des Ehepaars jedoch Unterstützung gefunden. McCloskey und seine Frau nahmen als Redner am Parteitag der Republikaner im August 2020 teil, bei dem der damalige US-Präsident, Donald Trump, offiziell als Kandidat für eine zweite Amtszeit nominiert wurde.
Mark McCloskey gab im vergangenen Monat die Absicht bekannt, im Jahr 2022 für den US-Senat kandidieren zu wollen. In dem Video mit der Verkündung dieser Bewerbung behauptete er, die Demonstranten der Bewegung „Black Lives Matter“ hätten eine lebensgefährliche Bedrohung für ihn und seine Familie dargestellt. Beweise dafür erbrachte er allerdings nicht. „Als der wütende Mob kam, um mein Haus zu zerstören und meine Familie zu töten, habe ich mich gegen sie erhoben“, sagte der Rechtsanwalt.
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