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„Impfstoff-Cocktail“-Methode: Warum eine Entwicklung von Sputnik V-Herstellern in aller Munde ist

© SNA / Timur BatyrschinDer russische Corona-Impfstoff Gam-Covid-Vak (Sputnik V)
Der russische Corona-Impfstoff Gam-Covid-Vak (Sputnik V) - SNA, 1920, 18.06.2021
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Im Jahr 2020 haben die Hersteller des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V einen neuen Ansatz zur Impfung durch das Mischen von Impfstoffen entwickelt. Auch in diesem Jahr hat sich die Methode bei Forschern, die andere Impfstoffe verwendet haben, als erfolgreich erwiesen.
„Heterologe Immunisierung“ ist in letzter Zeit weltweit zu einem heiß diskutierten Thema für Wissenschaftler bei den Impfprogrammen gegen Coronavirus geworden. Für Laien bedeutet es „Mischen und Anpassen“ verschiedener Impfstoffe, um eine bessere Immunantwort zu erreichen, aber die Methode scheint effektiv zu sein.
Die Universität des Saarlandes hat vor Kurzem eine Studie unter 250 Personen durchgeführt, die verschiedene Kombinationen von Pfizer- und AstraZeneca-Impfstoffen erhielten. Die Untersuchung zeigte, dass das Mischen verschiedener Impfungen bestimmte Vorteile hat. Ziel der Studie war es zu sehen, wie viele Antikörper im Blut der Studienteilnehmer entstanden, und die Reaktion der schützenden T-Zellen zu bewerten, nachdem die Personen eine Kombination der beiden Impfstoffe erhalten hatten.
Die Studie hat gezeigt, dass die Kombination von Pfizer und AstraZeneca genauso wie eine doppelte Dosis Pfizer eine doppelte AstraZeneca-Impfung an Wirksamkeit übertreffen. Die Menschen, die sich jeweils mit den ersten beiden Kombinationen impfen ließen, hatten zehnmal mehr schützende Antikörper gegen das Coronavirus als die letztere Gruppe. Auch bei der Bildung der sogenannten T-Zellen waren „Impfstoffcocktails“ überlegen.
Während Mainstream-Medien weltweit die Studie zu revolutionären Impfstoff-Mischungen als etwas völlig Neues bezeichneten, war sie es in Wirklichkeit nicht.

Sputnik V – der erste „Impfstoff-Cocktail“ auf dem Weltmarkt

Russische Wissenschaftler wenden die „Cocktail-Methode“ seit 2019 an, als das Gamaleja-Institut einen Impfstoff gegen MERS-CoV (Englisch: Middle East respiratory syndrome-related coronavirus) entwickelte. Bei der Entwicklung des Covid-Impfstoffs griffen die Forscher erneut auf diese Technologie zurück: Der weltweit erste Impfschutz gegen das neuartige Virus enthielt nicht einen Vektor, sondern eine Kombination aus zwei Adenovirus-Trägervektoren.
Sputnik V wird in Form einer Erstimpfung und Booster-Impfung verabreicht. Zunächst erhält eine Person eine Injektion des adenoviralen Vektors Ad-26, der das Gen des SARS-CoV-2-Glykoproteins S in voller Länge trägt. 21 Tage später wird eine weitere Dosis verabreicht, die diesmal jedoch auf dem adenoviralen Vektor Ad-5 basiert.
Es gibt mehrere Gründe für die „Doppel-Schuss“-Strategie. Erstens kann der Mensch bereits in der Vergangenheit mit einem der beiden Adenoviren in Kontakt gekommen sein, und zweitens ist er völlig neu für das Immunsystem des Menschen, was eine effiziente Wirkung des Impfstoffs ermöglicht. Ein weiterer Grund ist der „Boost“-Faktor, der die positive Wirkung der Impfung verdoppelt und die erste Dosis verstärkt.
Ein weiterer wichtiger Grund für die Injektion von zwei verschiedenen adenoviralen Vektoren ist die Immunreaktion. Die Verwendung des gleichen Adenovirus-Typs in zwei Schüssen könnte dazu führen, dass der Körper eine Immunantwort gegen den Vektor entwickelt und diesen bei der zweiten Dosis zerstört.
Die vom Fachmagazin Lancet im Februar 2021 veröffentlichte Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit von Sputnik V hat gezeigt, dass „das heterologe Prime-Boost-Impfschema robuste humorale und zelluläre Immunantworten mit einer Wirksamkeit von 91,6 % gegen COVID-19 bietet.”
The Lancet hat in Bezug auf den russischen Impfstoff auch den wissenschaftlichen Begriff "heterologer rekombinanter Adenovirus-Ansatz" oder einfach "die Cocktailmethode" verwendet. Der Lancet-Artikel vom Februar wies darauf hin, dass „von den wichtigsten COVID-Impfstoffen, die sich bisher in der Entwicklung befinden, nur Gam-COVID-Vac (der wissenschaftliche Name von Sputnik V) diesen Ansatz verwendet; andere, wie der Oxford-AstraZeneca-Impfstoff, verwenden dasselbe Material für beide Dosen.“

Bahnbrechende Impfstoff-Zusammenarbeit

Die Hersteller von Sputnik V waren auch die ersten, die Ende 2020 eine Zusammenarbeit zwischen den Impfstoffen starteten. Das Team des Gamaleya-Instituts und des RDIF wandte sich an AstraZeneca und startete gemeinsame klinische Studien mit dem Schwerpunkt auf der Verwendung einer Kombination zweier verschiedener Impfstoffe zur Steigerung der Wirksamkeit von AstraZeneca-Schüssen von 62,1% bis 90%.
Verhandlungen diesbezüglich wurden durch ein russisches Angebot bei Twitter veranlasst. Die Gespräche begannen im November 2020, und im Dezember desselben Jahres wurde ein Memorandum durch AstraZeneca, den russischen Direktinvestitionsfonds, den russischen Arzneimittelhersteller R-Pharm und das Gameleya-Institut unterzeichnet, um die weitere Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen zu erleichtern.
Auch wenn die Ergebnisse der gemeinsamen klinischen Studien noch veröffentlicht werden müssen, werden die vorläufigen Befunde bereits als positiv bewertet. Laut Dr. Debkishore Gupta, einem Berater in der Abteilung für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten im indischen Ruby General Hospital, „kann die Partnerschaft zwischen Sputnik V und AstraZeneca für den Letzteren von enormem Vorteil sein“.
Sputnik V ist ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus, der bereits in 67 Ländern mit einer Gesamtbevölkerung von 3,5 Milliarden Menschen eine offizielle Zulassung erhalten hat.
Es hat eine nachgewiesene Wirksamkeit von 91,6 % gegen COVID-19, die in einigen jüngeren Studien noch höher war, wobei die Impfkampagne in Bahrain eine Wirksamkeit von 94,3 % zeigte.
Obwohl einige EU-Länder wie Ungarn den Einsatz von Sputnik V genehmigt haben, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und insbesondere der Humanmedizin-Ausschuss der Agentur, der im März 2021 eine fortlaufende Überprüfung des russischen Impfstoffs eingeleitet hat, eine breitere Verwendung in der EU noch nicht zugelassen.
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