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„Verfehlungen“ von Bundeswehrsoldaten in Litauen: AKK sorgt sich um Ruf Deutschlands

© AP Photo / Matthias SchraderEin Bundeswehrsoldat (Symbolbild)
Ein Bundeswehrsoldat (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.06.2021
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Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat Bundeswehroffiziere und angehende Führungskräfte dazu aufgerufen, die erste Verteidigungslinie gegen Extremismus zu bilden. Das machte sie am Freitag in ihrer dritten Grundsatzrede in Hamburg deutlich.
„Ich appelliere an Sie alle: schauen Sie genau hin, seien Sie konsequent, lassen Sie nichts durchgehen, und verschweigen Sie nichts“, sagte Kramp-Karrenbauer vor dem Offiziersnachwuchs der Führungsakademie in Hamburg. Harsch verurteilte sie erneut Vorfälle in Litauen, die zur Rückverlegung eines Panzergrenadierzugs aus der Nato-Mission „Enhanced Forward Presence“ geführt hatten.
„Mit ihren Verfehlungen beschädigen sie den Einsatz und die Leistungen aller ihrer Kameradinnen und Kameraden und gefährden den guten Ruf unseres Landes“, rügte die Ministerin die Verantwortlichen der Vorfälle. „Wir hören von sexueller Nötigung und von systematischem Mobbing, von Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Munition, wir hören von antisemitischen Äußerungen, von Liedern aus der Nazi-Zeit.“ Sie sprach von „besonders schwerwiegenden Verfehlungen“, die mit aller Schärfe verfolgt und geahndet würden – „bis hin zur Entfernung der verantwortlichen Personen aus der Bundeswehr“, so Kramp-Karrenbauer.
Sie machte deutlich, dass nun zu Recht Fragen aufkommen, ob die Soldaten nicht ausreichend ausgebildet worden seien, was Vorgesetzte wussten, ob womöglich weggeschaut worden sei und ob die Soldaten aus anderen Fällen der vergangenen Monate nichts gelernt hätten. „Sie waren ausgebildet. Sie waren sensibilisiert worden. Und trotzdem haben sie sich so falsch verhalten“, erklärte die Verteidigungsministerin.
Der Fall war erst durch einen „Spiegel“-Bericht öffentlich geworden. Demnach sollen auf einer Party in einem Hotel — einer sogenannten Erholungsmaßnahme — nach übermäßigem Alkoholkonsum rechtsradikale Lieder gesungen worden sein. Es soll auch Schlägereien gegeben haben.
Truppenfahne der Bundeswehr (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.06.2021
Bundeswehr ermittelt gegen Soldaten nach eskalierter Party im Nato-Übungscamp in Litauen
Am gleichen Abend soll ein Soldat versucht haben, einem eingeschlafenen Kameraden seinen Penis in den Mund zu stecken. Die Szene wurde offenbar mit dem Handy gefilmt. Zudem soll am 20. April ein „Geburtstagsständchen“ für Adolf Hitler angestimmt worden sein.
Im Zusammenhang mit den Vorfällen geht die Bundeswehr laut der „Deutschen Presse-Agentur“ (DPA) von insgesamt zehn Beteiligten aus, ein Panzergrenadierzug besteht üblicherweise aus 34 Soldaten. Insgesamt sind in Litauen etwa 600 deutsche Soldaten im Einsatz.
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