Schon wieder: Bäcker verweigert Transfrau Torte und muss vor Gericht

© AP Photo / Brennan LinsleyDer US-amerikanische Konditor Jack Phillips dekoriert eine Torte
Der US-amerikanische Konditor Jack Phillips dekoriert eine Torte - SNA, 1920, 18.06.2021
Der US-amerikanische Konditor Jack Phillips muss laut einem Gerichtsurteil eine Geldstrafe zahlen, weil er einer Transfrau die Anfertigung einer Torte aus religiösen Gründen verweigert hat. Im Jahr 2018 hatte Phillips in einem ähnlichen Fall bereits Schlagzeilen gemacht – damals konnte er sogar einen Sieg vor dem Supreme Court erreichen.
Die Transfrau und Anwältin Autumn Scardina hatte nach Angaben der Zeitung „The Daily Mail“ 2017 bei Phillips eine Torte in Blau und Rosa (Farben der Transgender-Flagge – Anm. d. Red.) bestellt, um den Jahrestag ihrer Geschlechtsumwandlung sowie ihren Geburtstag zu feiern. Dabei habe sie auch auf ihre Transidentität verwiesen.
Der Bäcker weigerte sich jedoch, die Torte zu backen, weil dies seinen religiösen Überzeugungen widerspreche. Phillips sei der Ansicht, dass das Geschlecht „von Gott gegeben“ sei und „nicht von Wahrnehmungen oder Gefühlen bestimmt, ausgesucht oder verändert“ werden könne, erklärte später sein Anwalt. Scardina reichte gegen Phillips dann eine Beschwerde bei der Bürgerrechtskommission des US-Bundesstaates Colorado ein.
Das Gericht entschied nun, dass Philipps' Weigerung, die Torte zu backen, gegen das regionale Antidiskriminierungsgesetz verstößt. Phillips sagte vor Gericht aus, er hätte die Torte in diesen Farben gebacken, wenn Scardina ihre Transsexualität nicht erwähnt hätte. In diesem Fall sei der Kundin nur wegen ihrer Geschlechtsidentität eine öffentliche Dienstleistung verweigert worden, was einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz darstelle, erklärte der Richter A. Bruce Jones.
Der Konditor muss laut dem Urteil eine Strafe von 500 US-Dollar (umgerechnet rund 421 Euro) wegen Diskriminierung zahlen. Phillips und seine Anwälte legen nun Einspruch gegen die auferlegte Geldstrafe ein.

Auch zuvor vor Gericht wegen Diskriminierung

Philipps war auch zuvor wegen Diskriminierung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. 2012 hatte er nämlich den Auftrag bekommen, eine große Hochzeitstorte für ein homosexuelles Paar zu backen. Der Mann weigerte sich aus religiösen Gründen. Das Paar verklagte den Konditor und ein Gericht in Colorado stellte sich auf die Seite der Homosexuellen. Der Supreme Court in Washington sprach Phillips damals jedoch frei.
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