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Impfzentren sollen in Bereitschaft bleiben

© CC0 / Pixabay / v-3-5-N-aSpritzen (Symbolbild)
Spritzen (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.06.2021
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Die Gesundheitsminister haben beschlossen, dass die Impfzentren auch über den Herbst hinaus in Bereitschaft bleiben sollen. Kommunen und Patientenschützer begrüßen das. Für andere sind die Zentren bald überflüssig.
Städte und Gemeinden haben die Absicht der Gesundheitsminister der Länder begrüßt, die Impfzentren auch über September 2021 hinaus verfügbar zu halten. „Die Impfzentren sind ein unverzichtbarer Baustein in der Pandemiebekämpfung, der Weiterbetrieb ist mindestens bis Ende des Jahres notwendig“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte-und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“.

„Wenn, wie zu erwarten ist, die Lieferung von Impfdosen weiterhin kontinuierlich steigt, können die Impfzentren einen wichtigen Beitrag leisten, das Impfgeschehen bis September insgesamt deutlich zu beschleunigen.“

Auffrischungen spätestens ab Herbst?

Hinzu komme, dass voraussichtlich ab Herbst Millionen von Menschen eine Auffrischungsimpfung benötigen.
Die Impfzentren sollen über den Sommer hinaus in Bereitschaft gehalten werden – etwa falls sie für Auffrischungsimpfungen gebraucht werden. Bund und Länder hatten am Mittwoch vereinbart, dass die Länder binnen zwei, drei Wochen ein entsprechendes Bereitschaftskonzept entwickeln, so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Gewährleistet werden solle ein Mindestbetrieb der Zentren. Bei Bedarf sollten die Zentren schnell wieder hochgefahren werden. Der Bund sei weiter zur Finanzierung bereit, vorerst ist sie bis Ende September vereinbart. In mehreren Ländern gibt es aber Pläne zu einem längeren Erhalt der Zentren, etwa in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert auch mit Blick auf mögliche Corona-Folgeimpfungen eine weitere Finanzierung der regionalen Impfzentren durch den Bund. Voraussichtlich ab Herbst stünden Auffrischungsimpfungen für die 900.000 Pflegeheimbewohner an, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Die Impfungen in den 12.000 Pflegeeinrichtungen könnten aber nur mit den mobilen Teams der Impfzentren realisiert werden.

„Das gilt auch für Impfaktionen in Corona-Hotspots. Zudem hat nicht jeder einen Hausarzt, um einen Impftermin zu vereinbaren.“

Testpflicht bei Reisen ins Ausland bleibt

Die Gesundheitsminister hatten am Mittwoch daneben unter anderem beschlossen, dass bei Urlaubsreisen ins Ausland trotz sinkender Corona-Zahlen den ganzen Sommer über Vorgaben zu Tests und Quarantäne greifen sollen.
„Reisen ja – aber bitte weiterhin mit Vorsicht und Umsicht“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch laut DPA. Die Regeln für Reiserückkehrer sollten bis mindestens Mitte September verlängert werden. Ziel sei auch, den Einschleppung riskanterer Virusvarianten, so lange es gehe, zu verhindern.

Weltärztebund gegen Impfzentren

Frank-Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Weltärztebundes, glaubt, dass die Corona-Pandemie in Zukunft auch ohne Impfzentren bekämpft werden kann. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er:

„Impfzentren wurden eingerichtet, um sehr knappen Impfstoff gerecht zu verteilen. Und man hat die Impfzentren auch gebraucht, weil der Impfstoff von Biontech ursprünglich bei minus 70 Grad gelagert und verarbeitet werden musste. Wenn wir das alles nicht mehr brauchen, wenn wir genug Impfstoff haben, wenn wir die Priorisierung nicht mehr haben und wenn der Impfstoff ganz normal wie jeder andere Impfstoff verarbeitbar ist, brauchen wir keine Impfzentren mehr.“

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