Teure Wachstumsbremse: Ifo-Institut kritisiert Klimaschutzgesetz der Bundesregierung

CO2 - SNA, 1920, 17.06.2021
Das Ifo-Institut hat das geplante Klimaschutzgesetz der Bundesregierung als teure Wachstumsbremse kritisiert. Die jahresgenaue Festsetzung der Emissionsziele kann sich laut der Leiterin des Ifo-Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen, Karen Pittel, negativ auf die Innovationstätigkeit von Unternehmen auswirken.
Zu kurzfristig ausgelegte Beschlüsse verteuerten das Erreichen langfristiger Klimaziele erheblich, warnte Pittel am Donnerstag in München. Jahresgenaue Emissionsziele zu formulieren, könne die Innovationstätigkeit von Unternehmen negativ beeinflussen.
Die Ziele für einzelne Wirtschaftssektoren abzuschaffen, könne die Kosten für das Erreichen der Klimaziele in der gesamten Volkswirtschaft verringern, so die Forscherin weiter. Ohne an Jahre gekoppelte Ziele sei weniger Nachsteuerung erforderlich, eine dynamische Entwicklung der Technik bekäme mehr Raum.
Nicht immer sei vorher klar, welche technischen Lösungen sich wann oder überhaupt durchsetzten. Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe zum Beispiel würden absehbar eine große Rolle spielen in der Industrie und im Last- und Flugverkehr. Aber wie schnell grüner Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen in großen Mengen verfügbar sei, könne nicht aufs Jahr genau vorhergesagt werden, erklärte die Professorin.
Verschiedene Studien schätzen den Angaben nach die Kosten für eine Reduktion der CO2-Emissionen um 90 bis 95 Prozent bis 2050 auf 960 Milliarden bis 3354 Milliarden Euro. Angesichts dieser Dimensionen sei eine kosteneffektive Umsetzung des Klimaschutzgesetzes besonders wichtig, auch mit Blick auf die nachfolgende Generation.
Mädchen in einer Gesichtsmaske (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.06.2021
Ifo-Institut: Nur ein Viertel der Coronahilfen abgerufen
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала