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Friedenindex 2020: Welt wird konfliktreicher und unruhiger seit Pandemiebeginn

Menschenmenge (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.06.2021
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Die Welt soll seit Beginn der Pandemie etwas konfliktreicher geworden sein. Dies ergibt sich aus dem Weltfriedensindex 2020, den die Experten des Institute for Economics and Peace in London am Donnerstag veröffentlichten.
Der jährliche Friedensbericht zeigt eine Welt, in der Konflikte und Krisen des letzten Jahrzehnts etwas nachließen, aber nur, um einer neuen Spannungswelle infolge der Corona-Krise Platz zu machen. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weitere Unsicherheiten schaffen, insbesondere für Länder, die bereits vor der Pandemie Probleme hatten“, betonte der Institutsgründer, Steve Killelea, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Erholung soll sehr unterschiedlich ausfallen, so der Experte.
Flaggen Russlands und Chinas - SNA, 1920, 09.06.2021
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2020 sank dem Global Peace Index zufolge der durchschnittliche Friedlichkeitswert der Länder um 0,34 Prozent. Hierdurch verschlechterte sich die Friedenssituation kontinuierlich zum neunten Mal im Laufe der letzten zwölf Jahre, steht in dem Bericht. 81 Staaten verzeichneten dabei eine Verbesserung, weitere 80 Länder – eine Verschlechterung, wobei sich die Ergebnisse durchaus stark je nach Land und Region unterscheiden.
Neuseeland, Österreich, Portugal und Dänemark kamen an die Spitze des Index im vergangenen Jahr, angeführt von Island, das seit 2008 das friedlichste Land der Welt bleibt. Afghanistan gilt hingegen als das am wenigsten friedliche Land der Welt, das zweite Jahr in Folge, gefolgt von Syrien, Irak, Südsudan und Jemen. Laut der Analyse gehören all diese Länder, außer Jemen, seit mindestens 2015 zu den fünf am wenigsten friedlichen Ländern.
Deutschland verbesserte sich um sechs Positionen (+0.051 Punkte) im Vergleich zum Jahr 2019 und landete diesmal auf Platz 16. Laut dem aktuellen Bericht gilt Europa als die friedlichste Region der Welt, obwohl die Friedenslage hier im Vergleich zum Vorjahr etwas schlechter wurde. Der Nahe Osten und Nordafrika (MENA) bleiben das sechste Jahr in Folge die am wenigsten friedlichen Weltregionen.
Die Studie zeigte auch, dass die Zahl der Unruhen, Generalstreiks und Anti-Regierungs-Demonstrationen zwischen 2011 und 2019 weltweit um 244 Prozent stieg. In Europa gab es in diesem Zeitraum zudem am meisten Proteste, Unruhen und Streiks, fast 1600 Ereignisse von 2011 bis 2018. Davon waren etwa 65 Prozent gewaltfrei, schreiben die Friedensforscher.
Panzerabwehrraketen-Komplex Javelin - SNA, 1920, 17.06.2021
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Neben Nordamerika soll die Region Russland und Eurasien die einzige von neun Weltregionen sein, in der sich die Friedenssituation im Jahr 2020 verbesserte. Hier verbesserte sich die Friedenslage letztes Jahr am meisten, wobei Armenien und Aserbaidschan die größten Fortschritte aufwiesen. Es handelt sich vornehmlich um solche Indikatoren wie Mordrate, Inhaftierungsrate, Auswirkungen des Terrorismus und politische Instabilität.
Russland schnitt 2020 im Vergleich zum Vorjahr etwas besser ab (+0.04 Punkte), blieb aber im Friedensranking auf Platz 154 unverändert stehen, während Kasachstan, Turkmenistan und die Ukraine etwas abrutschten. Auch die Vereinigten Staaten stehen mit einer Verbesserung um 0.036 Punkte stabil auf Platz 121. Die größte regionale Verschlechterung stellten die Friedensexperten in Südamerika fest.
Zum 14. Mal erfassten die britischen Experten den Global Peace Index (GPI). Dieser stufte diesmal 163 unabhängige Staaten und Territorien nach Friedlichkeitsgrad ein und deckte somit 99,7 Prozent der Weltbevölkerung ab.
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