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Ukrainischer Botschafter erklärt Boykott der Gedenkfeier mit Steinmeier

CC BY 2.0 / Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen / Wikimedia CommonsDer ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk
Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk - SNA, 1920, 16.06.2021
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Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, verweigert die Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion. Als Grund gab er den Namen des Museums an, in dem die Veranstaltung stattfindet, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA) am Mittwoch.
Bei der Eröffnung der Ausstellung „Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg“, die zur Gedenkfeier des Überfalls im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst am Freitag stattfindet, soll auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Rede halten. Dies sei aus Sicht des ukrainischen Diplomaten „ein Affront, sehr bedauernswert und befremdlich zugleich“, zitiert die DPA seinen Brief an den Museumsdirektor Jörg Morré.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier - SNA, 1920, 14.06.2021
„Weitgehend vergessen": Bundespräsident erinnert an sowjetische Kriegsgefangene
Die Dauerausstellung sei zwar dem Vernichtungskrieg Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion (UdSSR) gewidmet, aber das Museum trage trotzdem nur Russlands Namen und nicht den anderer Sowjetrepubliken wie die Ukraine und Belarus, die im Zweiten Weltkrieg ebenfalls Millionen Opfer zu beklagen hatten, erklärt Melnyk. Dadurch werde de facto die UdSSR mit Russland gleichgesetzt, was eine „Geschichtsverdrehung“ darstelle und vehement abzulehnen sei, betonte er.
„Es ist wirklich brandgefährlich, vor allem für die künftige deutsch-ukrainische Aussöhnung, dass diese gezielte russische Geschichtsumdeutung nach wie vor in der Bundesrepublik ein breites politisches und gesellschaftliches Echo findet“, schreibt der ukrainische Botschafter.
Nach Einschätzungen sind im Zweiten Weltkrieg in der damaligen Sowjetunion etwa 27 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Nach DPA-Angaben hatte die Ukraine prozentual an ihrer Gesamtbevölkerung nach Belarus die höchsten Bevölkerungsverluste. Ukrainischen Angaben zufolge kamen zwischen acht und zehn Millionen damalige Bewohner des heutigen ukrainischen Staatsgebiets zwischen 1939 und 1945 ums Leben.
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