Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Inhaftierung von Blogger in Weißrussland: Protassewitschs Mutter richtet Hilferuf an Merkel

© REUTERS / ONT TV CHANNELDer inhaftierte oppositionelle weißrussische Blogger Roman Protassewitsch
Der inhaftierte oppositionelle weißrussische Blogger Roman Protassewitsch - SNA, 1920, 12.06.2021
Abonnieren
Fast drei Wochen nach der Festnahme des regierungskritischen Bloggers Roman Protassewitsch in Weißrussland hat die Mutter des 26-Jährigen direkt an Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel appelliert, sich für die Freilassung ihres Sohnes und anderer Inhaftierter einzusetzen.
„Wir bitten Sie sehr, uns zu helfen, damit alle Unschuldigen aus den Gefängnissen freikommen. Sie brauchen dringend Hilfe, weil sie täglich Sadismus und Gewalt ausgesetzt sind“, schilderte Natalia Protassewitsch in einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit der „Bild“. „Bitte stoppen Sie Lukaschenko! Jeder weitere Tag, nein, jede weitere Stunde, die vergeht, kostet Unschuldigen, darunter Kindern, das Leben“, fügte sie hinzu.
Roman Protassewitsch und seine Freundin Sofia waren am 23. Mai inhaftiert worden, als eine Ryanair-Passagiermaschine, mit der beide von Athen nach Vilnius unterwegs waren, wegen einer angeblichen Bombendrohung in Minsk zwischenlanden musste. Kanzlerin Merkel forderte schon am nächsten Tag die sofortige Freilassung des Bloggers und seiner Freundin.
Josep Borrell - SNA, 1920, 24.05.2021
Ryanair-Flugumleitung: Borrell fordert internationale Untersuchung – Weißrussland kommentiert
Die Eltern des Bloggers mussten nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr Weißrussland verlassen und sind derzeit in Polen. „Uns wurde klargemacht, dass wir wegen der Arbeit unseres Sohnes festgenommen werden. Wir mussten deswegen am 17. August nachts unsere Sachen zusammenpacken und verließen das Land“, erzählte der Vater des Bloggers, Dmitri Protassewitsch, der „Bild“.
Die Briefe, die die Eltern Roman seit seiner Entführung schickten, würden ihm nicht zugestellt, so der Vater weiter. Auch seine Anwältin könne mit ihnen nicht frei am Telefon reden. „Stattdessen wurden von der Staatsmacht schon zwei Videos veröffentlicht, in denen er erzwungene Geständnisse ablegt.“ Dabei sähe man deutliche Folterspuren: Seine Nase sei schief. Sie ist wahrscheinlich gebrochen. Am Hals habe er blaue Flecken. „Eine Expertin sagte uns, dass das Würgemale seien.“
Roman Protassewitsch ist Gründer des Telegram-Kanals Nexta, der in Weißrussland als extremistisch gilt. In Weißrussland wird gegen ihn unter anderem wegen der Organisation von Massenunruhen ermittelt. Dem 26-Jährigen drohen 15 Jahre Haft. Wenige Tage nach der Festnahme strahlte ein weißrussischer Staatssender ein Interview mit Protassewitsch aus, in dem sich dieser dazu bekennt, zu Protesten aufgerufen zu haben. Laut Kritikern ist das Interview unter Zwang entstanden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала