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„Arbeiten bis zum Tod“? Partei-Jugendorganisationen gegen Rente mit 68

© AP Photo / Thomas KienzleRentner in Deutschland
Rentner in Deutschland - SNA, 1920, 12.06.2021
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Der Vorschlag des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium zur Anhebung des Renteneintrittsalters hat bei mehreren Partei-Jugendorganisationen für Kritik gesorgt. Dennoch fordern junge Politiker umgehende Reformen des Rentensystems. Darüber berichtet die „Welt“.
„Das Rentenalter immer weiter anheben zu wollen, ist zutiefst ungerecht und führt zu einer Anhebungsspirale, an deren Ende das Arbeiten bis zum Tod steht. Dagegen stellen wir uns als Jusos vehement und fordern Generationengerechtigkeit ein“, sagte die Chefin der Jusos, Jessica Rosenthal, der „Welt“ und sprach sich für eine stärkere Einbeziehung der Vermögenswerte bei der Berechnung des Rentenbeitrages aus: „Es muss Schluss damit sein, dass Arbeit, also Einkommen, so viel stärker durch Abgaben belastet wird als Vermögen.“
Der Bundessprecher der Grünen Jugend, Georg Kurz, befürwortete eine gerechtere Verteilung von Reichtum: „Gute Löhne und gute Renten sind kein Widerspruch, es ist genug für alle da. Es ist nur sehr ungerecht verteilt“, sagte er. Alle Generationen hätten das gemeinsame Anliegen, Reichtum so zu verteilen, dass es für alle reiche und sich nicht bei einigen wenigen anhäufe.
Nach Ansicht des Bundesvorsitzenden der Jungen Liberalen, Jens Teutrine, kann die bloße Anhebung des Rentenalters dem Rentensystem nicht dabei helfen, dessen grundsätzliche Probleme loszuwerden: „Ein neues starres Eintrittsalter in die Rente widerspricht nicht nur den individuellen Arbeitsbiografien, sondern löst darüber hinaus nicht einmal die Probleme des Rentensystems“, sagte er. Ein oder zwei Arbeitsjahre mehr würden das marode System nicht retten. Die FDP-Jugendorganisation schlage vor, eine „gesetzliche Aktienrente nach schwedischem Vorbild“ sowie ein flexibles Renteneintrittsalter einzuführen und die „doppelte Besteuerung von Renten“ zu beenden.
Rentner (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.06.2021
Rente mit 68? Ein „Horrorszenario“!
Auch Carlo Clemens, der Vorsitzende der Jungen Alternative für Deutschland, befürwortete „steuerliche Entlastungen beim Faktor Arbeit, damit den Menschen mehr Netto vom Brutto bleibt und sie so, neben der gesetzlichen Rentenversicherung, privat stärker für ihr Alter vorsorgen können.“ Die Junge Alternative fordert eine Mindestrente von 1000 Euro, die sich über Einsparungen an anderer Stelle, etwa bei der Migrationspolitik oder dem Bürokratieabbau, finanzieren lasse.
Clemens sprach sich gegen ein „pauschal für alle festgelegtes Renteneintrittsalter“ aus, „da Berufsbiografien und die gesundheitlichen Folgen von Erwerbstätigkeiten zu unterschiedlich“ seien.
Charlie Birner von dem Bundesvorstand der Linksjugend Solid forderte eine gesetzliche Mindestrente, die oftmals hohe Ausgaben der Senioren und Seniorinnen im Bereich Gesundheit abdecken könnte. Zudem möchte die Linksjugend alle Erwerbstätigen verpflichten, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze müsse dabei aufgehoben werden.
Senioren (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.06.2021
Renteneintritt an Lebenserwartung koppeln? Mehrheit der Deutschen dagegen
Zuvor hatte der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium in einem Gutachten mit Vorschlägen zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Im Dokument wurde vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre zu erhöhen – sonst werde das System schon ab 2025 erhebliche Probleme bekommen. Vor allem Sozialdemokraten, Grüne und Linke lehnten den Vorschlag ab. Aber auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) distanzierte sich davon.
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