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Aufnahmeprogramm: Fast 3400 afghanische Ortskräfte bereits nach Deutschland gekommen

© REUTERS / STRINGERAfghanischer Journalist
Afghanischer Journalist  - SNA, 1920, 11.06.2021
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Im Zusammenhang mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan will ein großer Teil der einheimischen Mitarbeiter Schutz in Deutschland bekommen. Im Rahmen des entsprechenden Aufnahmeprogramms für ehemalige Ortskräfte sind bislang 3394 Menschen aus Afghanistan nach Deutschland eingereist. Das bestätigte das Bundesinnenministerium auf Anfrage der DPA.
Demnach handelt es sich hierbei um 798 ehemalige Ortskräfte und deren 2596 Angehörige. Hinzu kommen den Angaben zufolge Zusagen für 405 Ortskräfte mit 1515 Familienangehörigen, die im aktuellen beschleunigten Verfahren erteilt wurden.
Dieses Verfahren sei in Gang gebracht worden, weil die Nato-Ausbildungsmission „Resolute Support“ diesen Sommer endet. Mit der Ankunft dieser Menschen werde ab Juli gerechnet, sagte ein Sprecher der DPA zufolge.
Einen Antrag auf Aufnahme dürften zurzeit jene Afghanen stellen, die in den vergangenen zwei Jahren für die Bundeswehr, das Auswärtige Amt, Institutionen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit oder eine von drei Stiftungen sowie die Bundespolizei gearbeitet hätten.
Jeder Berechtigte dürfte seine Kinder sowie Ehefrau oder Ehemann mitbringen. Zweitfrauen können nach Informationen der DPA nicht mitreisen.

Initiative zur Unterstützung der Aufnahme afghanischer Ortskräfte

Der kurzfristige Abzug der Nato-Truppen hat eine neue Lage in Afghanistan geschaffen. Wissenschaftler und ehemalige Diplomaten haben in einem offenen Brief gefordert, Ex-Mitarbeiter möglichst schnell aufzunehmen.
„Die Taliban haben immer wieder deutlich gemacht, dass sie diese Ortskräfte als Kollaborateure des Westens sehen, die sie als Unterstützer eines militärischen Besatzungsregimes zur Verantwortung ziehen wollen“, heißt es im Schreiben. Daher seien sie in Gefahr.
Das Innenministerium zeigte sich laut der DPA eher ablehnend. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, die beteiligten Ressorts hätten vor Jahren die Zwei-Jahres-Frist vereinbart, „dieses Verfahren hat sich bewährt“.
Das Bundesinnenministerium habe wenige Wochen vor dem Truppenabzug die Ortskräfte auf das alte Prüfungsverfahren mit seinem bürokratischen Aufwand verwiesen, was in der Kürze der Zeit nicht praktikabel sei, heißt im Schreiben.
Transportflugzeug der deutschen Luftwaffe A400M (Archivbild)   - SNA, 1920, 10.06.2021
Luftwaffe fliegt erste Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan über Georgien aus
Sollte die Frist wegfallen, könnten auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Schätzungen zufolge mehrere Tausend weitere Anträge zukommen – da der Anspruch neben der früheren Ortskraft jeweils auch die sogenannte Kernfamilie umfasst.
Bei einer internen Abfrage der Bundesregierung gab das Verteidigungsministerium unlängst an, sollten wirklich alle bisher nicht antragsberechtigten Ex-Mitarbeiter eine Gefährdung anzeigen, wäre mit einer Aufnahme von zusätzlich rund 350 weiteren früheren Ortskräften zu rechnen. Inklusive ihrer Angehörigen wären das nach Schätzung des Ministeriums insgesamt rund 1500 Personen.

Luftwaffe fliegt erste Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan über Georgien aus

Am Donnerstag startete ein Transportflugzeug vom Typ A400M zum ersten Mal vom deutschen Stützpunkt in Masar und brachte deutsche Soldaten nach Tiflis. In der georgischen Hauptstadt ist nach Angaben der DPA ein temporärer Lufttransportstützpunkt aufgebaut worden, über den der Rückzug der Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan erfolgt.
Im April hatte die Nato beschlossen, den seit fast 20 Jahren andauernden Einsatz am Hindukusch spätestens zum 11. September zu beenden. Damit begann auch für die Bundeswehr die Materialrückverlegung.
U.S. Marines scannen den nordwestlichen Bereich des amerikanischen Militärgeländes auf dem afghanischen Flughafen Kandahar (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.04.2021
US-Truppenabzug aus Afghanistan eingeleitet
2014 hatten Afghanistan sowie die USA und die Nato Sicherheitsabkommen unterzeichnet, die den Verbündeten eine begrenzte Militärpräsenz auf dem Staatsgebiet Afghanistans ermöglichen. Am 1. Januar 2015 wurde die Militäroperation durch den Nato-geführten Einsatz „Resolute Support Mission“ ersetzt.
Im Jahr 2020 hatten die USA und die Taliban-Bewegung erstmals seit mehr als 18 Jahren ein Abkommen unterzeichnet, das den Abzug der fremden Truppen im Mai dieses Jahres vorsieht. In Afghanistan halten sich knapp 10.000 Soldaten der Nato und der Partnerländer der Allianz auf, darunter 2500 Soldaten aus den USA und rund 1100 Soldaten aus Deutschland. Ihre Hauptaufgabe sei gewesen, die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden.
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