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Elf Millionen US-Dollar für Hacker: Fleischunternehmen JBS bestätigt Lösegeldzahlung

© AFP 2021 / JEFF KOWALSKYEine Fabrik des Fleischproduzenten JBS in Plainwell, US-Bundesstaat Michigan
Eine Fabrik des Fleischproduzenten JBS in Plainwell, US-Bundesstaat Michigan - SNA, 1920, 10.06.2021
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Der weltgrößte Fleischproduzent JBS aus Brasilien hat nach eigenen Angaben nach einem kriminellen Hackerangriff auf seine Betriebe ein Lösegeld im Wert von elf Millionen US-Dollar gezahlt.
Die Zahlung bestätigte der Konzern in einer Pressemitteilung seiner Tochter JBS USA am Mittwoch (Ortszeit).
„In Absprache mit internen IT-Fachleuten und externen Cybersicherheitsexperten traf das Unternehmen diese Entscheidung, um alle unvorhergesehenen Probleme im Zusammenhang mit dem Angriff zu minimieren und sicherzustellen, dass keine Daten geklaut worden waren“, hieß es in der Mitteilung.
Zum Zahlungszeitpunkt sei die überwiegende Mehrheit der Einrichtungen des Unternehmens in Betrieb gewesen.
„Es war eine sehr schwierige Entscheidung für unser Unternehmen und mich persönlich“, wird Andre Nogueira, der CEO von JBS USA, in der Mitteilung zitiert. Der Konzern habe sich für diesen Schritt entschieden, um ein mögliches Risiko für seine Kunden zu umgehen.
Während des gesamten Vorfalls habe sich JBS USA „im ständigen Austausch mit Regierungsvertretern“ befunden, betonte der Fleischverarbeiter. Laut dem FBI handele es sich bei dem Hackerangriff um „eine der spezialisiertesten und raffiniertesten Cyberkriminellen-Gruppen der Welt“. Nach dem vorläufigen Ermittlungsstand seien keine Unternehmens-, Kunden- oder Mitarbeiterdaten kompromittiert worden.
Das Vermögen von JBS USA, durch die Hackerattacke verursachte Probleme rasch zu beheben, war auf Cybersicherheitsprotokolle, reichliche Systeme und verschlüsselte Backup-Server zurückzuführen. Das Unternehmen gebe jährlich mehr als 200 Millionen US-Dollar für den IT-Bereich aus und beschäftige weltweit mehr als 850 IT-Fachleute.
Zuvor hatte die Zeitung „The Wall Street Journal“ berichtet, die Lösegeldzahlung sei in Bitcoin erfolgt.
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte unter Verweis auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gemeldet, hinter dem Cyberangriff auf JBS stecke eine mit Russland verbundene Hackergruppe unter dem Namen REvil and Sodinokibi.
Fünf der größten Fleischfabriken des Konzerns in den USA hatte die Cyber-Attacke zeitweise lahmgelegt.
US-Behörden raten Firmen von Lösegeldzahlungen ab, um Cyber-Kriminellen keine Anreize für Erpressung zu bieten.
Microsoft-Büro in New York (Archiv) - SNA, 1920, 28.05.2021
Microsoft meldet großangelegten Cyberangriff auf Dutzende Behörden – russische Hacker vermutet
Mitte Mai war der große US-Pipelinebetreiber Colonial Pipeline mit der Erpressungssoftware DarkSide angegriffen worden. US-Medien berichteten, für die Cyber-Attacke sei Russland verantwortlich. Die US-Regierung bestätigte dies nicht und stufte die Attacke als möglicherweise kriminelle Handlung ein. Russlands Botschaft in Washington wies die Vorwürfe als haltlos zurück.
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