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Deutsche in Sorge vor radikalem Islam – Umfrage

© CC0 / sofdoug / PixabayMoschee (Symbolbild)
Moschee (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.06.2021
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Eine neue repräsentative Umfrage zeigt, dass die deutschen Bürger sehr genau zwischen Islam und Islamismus unterscheiden. Eine deutliche Mehrheit ist jedoch mit dem Kampf der etablierten Parteien gegen Islamismus unzufrieden.
Eine Mehrheit (66 Prozent) der Bevölkerung hält „Rechtsextreme“ für die steigende antisemitische Gewalt verantwortlich – gleichzeitig aber halten 53 Prozent auch „radikale Islamisten“ für die Ursache.
Rund 1.000 Personen wurden vom Institut für Demoskopie Allensbach für eine repräsentative, gemeinsame Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), der Alice-Schwarzer-Stiftung und der Giordano-Bruno-Stiftung zu ihren Einstellungen zum Islam und Islamismus befragt.

Ein differenziertes Bild vom Islam

Laut Ruud Koopmans, Professor für Soziologie und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung am WZB belege die Umfrage, dass die Menschen in Deutschland mehrheitlich ein differenziertes Bild vom Islam haben und sehr genau zwischen Islam und Islamismus unterscheiden. So finden 65 Prozent, dass „Muslime dasselbe Recht auf Religionsfreiheit haben müssen“ wie Christen.
Gleichzeitig aber meinen nur fünf Prozent der Befragten, vom Islam gehe keinerlei Bedrohung für die deutsche Gesellschaft aus. Eine Mehrheit von 63 Prozent erlebt allerdings nicht „den Islam“ als bedrohlich, wohl aber bestimmte islamistische Gruppen. Von diesen wird befürchtet, dass sie das gesellschaftliche Klima verändern und zu einem Rückschritt in Toleranz und Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen könnten.
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90 Prozent für „Burka-Verbot“

71 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass eine „radikale Interpretation des Koran“ zur Gewalt aufstachelt und „in manchen Moscheen Hass und Intoleranz verbreitet wird“. Entsprechend fordern 61 Prozent, dass vom Ausland finanzierte islamische Organisationen verboten werden sollten. Die aktuelle Allensbach-Umfrage zeige auch, so Migrationsforscher Koopmans, dass das Unbehagen an der islamischen Vollverschleierung weiterhin sehr hoch sei: 90 Prozent befürworten ein „Burka-Verbot“ entweder generell oder in bestimmten Bereichen. Beim Kopftuch plädieren 61 Prozent für ein Verbot für Lehrerinnen in öffentlichen Schulen und 53 Prozent für ein Verbot für Mädchen unter 14 Jahren. Zugleich bejaht eine Mehrheit das Recht, in privaten Betrieben wie Supermärkten ein Kopftuch zu tragen.

Politischer Islam könnte brisante Rolle bei den Wahlen spielen

Auffallend ist die Kluft zwischen der Sorge der Mehrheit vor dem radikalen Islam und dem, was den Parteien bei der Lösung des Problems zugetraut wird. Auf die Frage „Welche Partei bzw. welche Parteien in Deutschland engagieren sich besonders für den Kampf gegen den radikalen Islam?“ antworteten vier Prozent: die Linke, fünf Prozent: die Grünen, sieben Prozent: die FDP, neun Prozent: die SPD, 21 Prozent: die CDU/CSU – und 43 Prozent: die AfD. Dazu meint Allensbach-Chefin Professorin Renate Köcher: „Es ist eine riskante Konstellation, wenn die überwältigende Mehrheit bei einem wichtigen Anliegen keine der gemäßigten Parteien als Anwalt identifiziert.“ Die Frage des Verhältnisses der etablierten Parteien zum politischen Islam könnte also noch eine brisante Rolle bei den Wahlen spielen.
Die Umfrage „Einstellungen zu Islam und Islamismus“ ist eine der ersten und umfangreichsten Studien zu diesem Themenkomplex. Sie wird am 11. Juni 2021 vollständig veröffentlicht.
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