Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Skandal um Corona-Test-Kits: Testabrechnungen kosten den Staat Hunderte Millionen – Bericht

© REUTERS / CHRISTIAN MANGBundesgesundheitsminister Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn - SNA, 1920, 09.06.2021
Abonnieren
Nach einer ab April geltenden Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn können private Anbieter bis zu sechs Euro für Corona-Schnelltests abrechnen lassen. Die Marktpreise für die Sets sind allerdings viel niedriger. Laut einer Recherche von „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR könnte die Entscheidung den Staat unnötige Millionen-Summen kosten.
Laut der Analyse erstattet der Staat den kommerziellen Anbietern monatlich mehr als 200 Millionen Euro. Die Zahlen deuten aber auf ein großes Missverhältnis hin: Der Preis für Tests liege zwischen 2,50 und 2,80 Euro pro Stück. Bei einigen Supermarktketten könne man sie auch für zwei Euro finden. Die Testbetreiber bekommen im Schnitt 5,58 Euro pro Test an Materialkosten zurück – mehr als dessen Handelspreis, wie eine Umfrage bei den kassenärztlichen Vereinigungen ergibt. Der Staat zahle also viele Millionen mehr als nötig zurück. So musste die KV Berlin im Schnitt 5,55 Euro an angeblichen Kosten pro Testset erstatten, Sachsen-Anhalt 5,66 Euro, Niedersachsen 5,71 Euro und Hamburg ziemlich genau 6 Euro.
Sebastian Fiedler, der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, bezeichnete Spahns Beschluss gegenüber der SZ als „nichts anderes als eine scheunentorgroße Einladung zum Betrug“.
Covid-19-Schnelltestzentrum (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.05.2021
Zu viele gemeldete Coronatests: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Testzentren-Betreiber in Bochum
Laut dem Bericht wurde Spahn bereits Anfang Mai von einem Insider über möglichen Betrug gewarnt. Materialkosten, die bei mehr als drei Euro von Testanbietern abgerechnet werden, sollten ihm zufolge genauer kontrolliert werden. Es gebe Absprachen zwischen Betreibern von Testzentren, um die Preise künstlich in die Höhe zu treiben, hieß es. In der neuen Testverordnung von Spahn werden allerdings die von dem Insider erwähnten drei Euro wohl berücksichtigt und als neue Pauschale für die Materialkosten festgelegt.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала