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Gericht bestätigt lebenslange Haft für Mladic – Weltreaktionen auf das Urteil

Ratko Mladic - SNA, 1920, 09.06.2021
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Die Berufungskammer des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag hat am Dienstag das Urteil gegen den ehemaligen jugoslawischen General Ratko Mladic bestätigt. Hier sind Reaktionen aus der Welt auf seine lebenslange Haftstrafe.
UN-Generalsekretär António Guterres bedankte sich bei den Richtern und Prozessbeteiligten für ihr Engagement sowie die Jahrzehnte währende harte Arbeit. „Die endgültige Entscheidung im Fall Ratko Mladic (…) spiegelt die Treue der internationalen Gemeinschaft zur internationalen Strafjustiz und dem Kampf gegen die Nichtbestrafung wider.“
Ex-General Mladic - SNA, 1920, 08.06.2021
Tribunal in Den Haag bestätigt lebenslange Haft für Ex-General Mladic
Die Hohe Kommissarin für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen, Michelle Bachelet, sagte, das Urteil zeige „die Entschlossenheit des internationalen Justizsystems, Rechenschaft durchzusetzen, egal wie viel Zeit das in Anspruch nehmen kann – in Mladics Fall waren es knapp drei Jahrzehnte seit seinen schrecklichen Verbrechen.“
Die Uno-Beraterin für die Verhinderung von Völkermord, Alice Wairimu Nderitu, erklärte, das Urteil sei eine wichtige Nachricht für den Westbalkan, wo „das Leugnen vom Völkermord“ auf dem Vormarsch sei.
Der deutsche Außenminister Heiko Maas ist laut seinen Worten via Twitter „über das finale Urteil“ erleichtert: „Gut, dass Recht über Unrecht gesiegt hat.“
Der amerikanische Präsident Joe Biden sprach von einem „historischen Urteil“. „Es stärkt auch unsere gemeinsame Entschlossenheit, künftige Gräueltaten überall auf der Welt zu verhindern“, heißt es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. „Ich hoffe aufrichtig darauf, dass die Leiter der Länder in der Region dieses Urteil respektieren (…) werden.“
EU-Ratspräsident Charles Michel sprach auf Twitter von einem „wichtigen Schritt zur Gerechtigkeit für die Opfer“.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßt laut seinen Worten das Urteil. „Die Nato hat geholfen, zwei ethnische Kriege zu beenden, und bleibt weiter der Stabilität, dem Frieden und der Versöhnung in der Region verpflichtet.“
Auf das Statement von Stoltenberg reagierte der Ständige Vertreter Russlands bei internationalen Organisationen in Wien, Michail Uljanow. „Offenbar hat dieser Herr wenige Kenntnisse über die Fakten der tragischen Ereignisse in der Krisenregion“, kommentierte er. Heutzutage würden sich Menschen, die für Politiker hoher Qualität gehalten werden, als schlecht vorbereitete Propagandisten erweisen.
Zum jüngsten Urteil äußerte sich auch der stellvertretende Ständige Vertreter Russlands bei den Vereinten Nationen, Gennadi Kusjmin: „Das verkündete Urteil (…) ist die Fortsetzung der politisierten Linie, die vom Internationalen Tribunal gegenüber dem ehemaligen Jugoslawien festgelegt wurde.“
Der Vorsitzende des Staatspräsidiums Bosnien-Herzegowinas, Milorad Dodik, bezeichnete laut DPA den vom Haager Tribunal festgestellten Völkermord in Srebrenica als „Mythos“, der „nicht stattgefunden“ habe. Mladic seien die ihm zur Last gelegten Verbrechen „nicht nachgewiesen“ worden. Ohne seine Führung und seinen Geist hätte das serbische Volk noch mehr gelitten.
Zeljka Cvijanovic, Präsidentin der Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina, sagte dazu, dass das Tribunal in Den Haag mit dem Urteil nochmals seine Rolle als antiserbisches Gericht bestätigt habe, das die Verantwortung für Kriegsverbrechen nicht gemäß Beweisen, sondern aufgrund der Nationalität des Beschuldigten festlege.
Der Vorsitzende der bosniakischen Regierungspartei SDA, Bakir Izetbegovic, sagte in Sarajevo: „Dieses Urteil möge dem serbischen Volk dabei helfen, sich von der Last zu befreien, die ihm von denen auferlegt wird, die in seinem Namen Kriegsverbrecher ehren, feiern und ihre Verbrechen leugnen.“
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