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Wenn Sport „Mord“ ist: Übungen im Freien bei starker Luftverschmutzung schädlich – Studie

© CC0 / ResproPolska / PixabaySportler (Symbolbild)
Sportler (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.06.2021
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Wer Sport im Freien treibt, tut sich nicht zwingend etwas Gutes. Bei starker Luftverschmutzung schlägt körperliche Ertüchtigung auch auf das Herz-Kreislauf-System. Das zeigt eine neue, großangelegte Studie aus Südkorea und nennt auch Zahlen, ab wann Sport an der frischen Luft keine gute Idee ist.
Der gute Wille führt nicht immer zu guten Ergebnissen. So auch beim Thema Sport im Freien. Der stärkt nicht immer die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System. In einem Fall bewirkt Sport an der frischen Luft das Gegenteil. Das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems nehmen mit Übungen im Freien zu. Das liegt dann an der Luft selbst, die eben nicht so frisch ist, sondern zu hohe Mengen von Feinstaub enthält. Dieser über die Lungen auch Einzug ins Herz und in Blutgefäße, führt dort zu Entzündungen und in der Folge zuweilen auch zu Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Aber ab wann ist der Schaden größer als der Nutzen? Diese Frage haben sich südkoreanische Forscher gestellt und sie in einer Studie mit fast anderthalb Millionen junger Erwachsener beantwortet. Bei niedrigen bis mittleren Konzentrationen von Feinstaub der Partikelgröße 2,5 (PM 2,5) Mikrometer fällt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit der sportlichen Aktivität ab. Bei hohen Konzentrationen solchen Staubs steigt es dagegen mit zunehmender körperlichen Aktivität im Freien wieder an. Eine moderate bis niedrige Konzentration von PM 2,5 geben die Autoren mit bis zu 26,4 Mikrogramm je Kubikmeter Luft an. Damit liegt sie knapp über der europäischen Vorgabe, die bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt.
„Das Besondere an der Studie ist, dass sie erstmals eine Schwelle für die Feinstaubbelastung angibt, ab der es für Herz und Kreislauf nachteilig ist, draußen Sport zu treiben“, betont Professor Thomas Münzel, Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) an der Universitätsmedizin Mainz.

„Die Feinstaub-Grenzwerte der EU liegen ganz nah an dem Bereich, in dem laut der Studie körperliche Aktivität im Freien bereits schädlich für das Herz-Kreislauf-System ist. Regional werden die Grenzwerte in Deutschland sogar überschritten, etwa in Hochindustriegebieten.“

Eine Schwäche der südkoreanischen Studie führt Münzel auch an: Nicht immer konnte in der Studie beurteilt werden, ob die Teilnehmer draußen oder drinnen trainiert hatten. Zudem wurde nur einmal pro Woche nach Häufigkeit und Dauer des Sports gefragt – sodass fehlerhafte Erinnerungen möglich sind.
Das DZHK empfiehlt für eine Entscheidung für oder gegen den Sport den Einsatz von bestimmten Apps, die Daten von Messstationen auswerten und dann dem Nutzer grünes Licht geben – oder eben nicht. Wichtig ist laut dem Kardiologen, dass in der App die geplante Bewegung durchgerechnet wird und so die gesamte Dosis an Feinstaub ermittelt wird, die während des Sports eingeatmet wird.
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