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„Wir leben weltweit auf Kosten jüngerer Generationen“: Merkel zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

© REUTERS / ANNEGRET HILSEBundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel - SNA, 1920, 08.06.2021
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt davor, künftige Generationen mit den Herausforderungen des Klimawandels und der Nachhaltigkeit alleine zu lassen. „Was wir bisher tun, reicht schlichtweg nicht aus“, sagte Merkel am Dienstag bei der 20. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung.
Die internationale Staatengemeinschaft laufe Gefahr, die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu verfehlen, sagte Merkel. „Wir leben weltweit auf Kosten jüngerer und künftiger Generationen.“ Das bezeichnete sie als „bedrückende Wahrheit“.
„Es gibt bei der Umsetzung noch deutliche Lücken“, betonte Merkel. Sieben Indikatoren wie der Energieverbrauch im Güter- und Personenverkehr und die CO2-Emissionen aus dem privaten Konsum würden sich gar in die falsche Richtung entwickeln.
Der Generation von Morgen ein gutes Erbe zu hinterlassen, sei auch der Anspruch der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, erklärte Merkel. „Leave no one behind – niemanden zurücklassen“, forderte die Kanzlerin. Sie erinnerte daran, dass auch das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil zum Klimaschutz die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen betont habe. Das Klimaschutzgesetz, das die Bundesregierung nur knapp zwei Wochen nach dem Urteil auf den Weg brachte, sei als „eine Art Generationenvertrag“ zu verstehen, so Merkel.
Im März hat die Bundesregierung eine Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsziele, die sich an den UN orientiert, beschlossen. Hinzu kam unter anderem der Beitrag Deutschlands zur „globalen Pandemieprävention“. Es gehe darum, Konzepte für die Zeit nach der Pandemie zu entwickeln und „Mut zu einer echten Transformation“ aufzubringen, unterstrich die Kanzlerin.
Am Dienstag hatte der Rat für Nachhaltige Entwicklung anlässlich seiner 20. Jahreskonferenz mit dem Schwerpunkt Klimaneutralität ein Positionspapier mit Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung vorgestellt. Enthalten darin ist unter anderem die Forderung nach mehr globaler Vernetzung im Kampf gegen den Klimawandel und nach Maßnahmen für einen besseren sozialen Ausgleich. Merkel versprach, die Vorschläge der Experten genau zu prüfen.
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