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Nach neun Jahren Haft: wegen Fehlgeburt zu 30 Jahren Verurteilte in El Salvador entlassen

© AFP 2021 / Marvin RecinosSara Rogel nach ihrer Entlassung am Montag, 7. Juni 2021
Sara Rogel nach ihrer Entlassung am Montag, 7. Juni 2021 - SNA, 1920, 08.06.2021
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Sara Rogel, die fast ein Drittel ihrer 30-jährigen Haftstrafe wegen Schwangerschaftsabbruchs in El Salvador verbüßt hat, wurde am Montag freigelassen. Darüber informiert die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf feministische Aktivisten.
El Salvador ist bekannt für seine berüchtigte Abtreibungspolitik, die Verfolgung für Totgeburten und für medizinisch bedingte Schwangerschaftsabbrüche erlaubt. Nun ordnete ein Gericht in der Stadt Cojutepeque im zentralen Teil von El Salvador allerdings die Freilassung der Frau an, weil sie „den größten Teil ihrer Strafe verbüßt“ habe und „keine Gefahr für die Gesellschaft darstelle", schreibt die spanische Zeitung „El Pais“.
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Nach Angaben von Reuters war die damals 22-jährige Studentin im Oktober 2012 verhaftet worden, nachdem sie mit blutenden Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden war. Diese soll sie sich angeblich bei einem Sturz bei der Hausarbeit zugezogen haben, was zu einer Fehlgeburt führte. Anschließend wurde Rogel wegen der Tötung ihrer ungeborenen Tochter angeklagt und verurteilt.
Die Präsidentin der Bürgergruppe für die Entkriminalisierung der Abtreibung in El Salvador, Morena Herrera, ist der Ansicht, dass Rogel nie im Gefängnis hätte landen dürfen. „Es war eine Schwangerschaft in der Spätphase. Es war ein Wunschkind“, erklärte sie gegenüber „El Pais“. „Als sie um den furchtbaren Verlust ihres Kindes trauerte, hätte Sara bei ihrer Familie sein sollen“, zitiert sie Reuters.
El Salvador hat eines der strengsten Abtreibungsverbote der Welt. In den letzten Jahren wurden laut Reuters einige Urteile aufgehoben und mehrere Frauen nach Verbüßung von Teilen ihrer langen Haftstrafen aus dem Gefängnis entlassen.
Anfang Juni hatte die Legislativversammlung von El Salvador einen von feministischen Gruppen im Jahr 2016 vorgelegten Vorschlag zur Reform des Strafgesetzbuchs abgelehnt. Dieser sah nach Informationen von „El Pais“ die Entkriminalisierung der Abtreibung vor, sollte andernfalls das Leben einer Frau gefährdet sein beziehungsweise wenn sie durch Vergewaltigung schwanger geworden ist oder wenn Missbildungen des Fötus registriert werden, „die ein Leben außerhalb der Gebärmutter unmöglich machen“.
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