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Pendelrepublik Deutschland: Arbeitsort bei 3,4 Millionen Menschen in anderem Bundesland als Wohnort

© AP Photo / Michael ProbstAutobahn in Deutschland
Autobahn in Deutschland  - SNA, 1920, 08.06.2021
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Millionen Einwohner Deutschlands müssen teils weite Strecken zum Job zurücklegen, wie aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht.
Demzufolge lag der Arbeitsort im vergangenen Jahr bei 3,4 Millionen Menschen in Deutschland in einem anderen Bundesland als der Wohnort.
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Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl der Menschen mit Wohn- und Arbeitsort in unterschiedlichen Bundesländern im vergangenen Jahr laut BA-Statistik leicht gesunken: Es gab dann 3,381 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigte Bundesland-Pendler. 2019 waren es 3,396 Millionen.
Die meisten Pendlerinnen und Pendler zwischen den Bundesländern gab es im Jahr 2020 der Statistik zufolge mit 225.000 von Brandenburg nach Berlin, die wenigsten mit 41 von Bremen ins Saarland.
Am Beispiel des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen lässt sich sehen, wie ausgeprägt auch jenseits der Ballungsräume gependelt wird: 93.000 Beschäftigte wohnten in NRW, arbeiteten aber im benachbarten Niedersachsen, 64.000 im angrenzenden Hessen, aber auch 47.000 in Bayern und 38.000 in Baden-Württemberg.
2020 pendelten nach den Zahlen der Bundesagentur rund 408.000 ostdeutsche Beschäftigte in den Westen (2019: 415.000). Umgekehrt kamen aus Westdeutschland gleichbleibend rund 178.000 Beschäftigte zum Arbeiten in den Osten.
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In den vergangenen Jahren gab es bei den Pendlerzahlen einen deutlichen Anstieg: 1999 hatten erst 2,1 Millionen Menschen ihren Arbeitsort nicht in dem Land, in dem sie wohnten.
Wie viele Menschen wegen der coronabedingten Arbeit zu Hause vorübergehend nicht pendeln mussten, zeigen die BA-Zahlen nicht. Laut dem Statistischen Bundesamt soll es ab März 2020 einen Rückgang beim Pendeln gegeben haben. Im April wurde der Rückgang stärker. Im Mai 2020 pendelten demnach schon wieder mehr Menschen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Benzinpreisdebatte forderte die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, Rücksicht auf Pendler zu nehmen. Es wäre „zynisch, wenn der Preis, um überhaupt zur Arbeit zu kommen, immer höher geschraubt“ werde.
„Den Beschäftigten werden Mobilität und teils lange Wege zum Arbeitsplatz abverlangt. Keine Bundesregierung, auch nicht die Grünen, haben daran bislang etwas ändern wollen“, zitiert die DPA Zimmermann.
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Sie plädierte zwar für ein Ende des Verbrennungsmotors, forderte aber von der Bundesregierung, den Weg zur Arbeit bezahlbar zu halten. Dazu gehörten der Ausbau der Bahn bei günstigen Tickets und bezahlbare Elektromobilität.
Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, war zuvor – gemäß dem Programmentwurf ihrer Partei – für eine Benzinpreis-Erhöhung von insgesamt 16 Cent eingetreten. Für den Vorstoß erntete sie viel Kritik.
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